Projekte in Chile

Corte Suprema entscheidet, nicht zu entscheiden

Landau 26. Mai 2022.

Am 18. Mai wies der Corte Suprema (Oberster Gerichtshof) Klagen betroffener Bürger und Umweltorganisationen gegen das Urteil des Umweltgerichts von Antofagasta vom 16. April 2021 ab. Das Umweltgericht hatte damals festgestellt, dass bei der Umweltprüfung des Bergbau- und Hafenprojektes „Dominga“ ausreichend informationen über die Bedingungen des sensiblen Ökosystems vorgelegen hätten. Die 3. Kammer des Corte Suprema wollte offenbar ein Urteil vermeiden. Erst initiierte die Kammer eine Schlichtung (s. Artikel “Darf es 10 Prozent mehr Zerstörung sein?“). Auch jetzt traf das Gericht keine Entscheidung in der Sache, sondern stellte fest, daß das Genehmigungsverfahren noch nicht abgeschlossen sei. Mit dieser Begründung überließ (verwies) der Oberste Gerichtshof die Entscheidung an das Ministerkomitee der Regierung Boric.

Pinguin-Wein in der Politik angekommen

La Serena, Landau 17. Mai 2022

Am 12. Mai besuchte Camila Vallejos, Regierungssprecherin und Mitglied des politischen Ausschusses der Regierung von Gabriel Boric La Serena. Nancy Duman nutzte die Gelegenheit,  einen Brief an Präsident Boric, Umweltministerin Maisa Rojas Corradi und die Regierungssprecherin zu übergeben.

Forschung fürs Überleben – erste Daten

Landau 16. April 2022

Im zurückliegenden Südfrühling und Südsommer wurden im 6-jährigen Projekt „Forschung fürs Überleben“ erste Erhebungen durchgeführt (1) (2). Die Forschergruppe um Dr. Guillermo Luna (Universität Coquimbo) dokumentierte den Bruterfolg auf den Inseln Choros und Chañaral, die Gruppe um Dr. Alejandro Simeone (Universität Andrés Bello, Santiago) ermittelten den Bestand der Brutpaare auf wichtigen Brutinseln. Wegen schlechter Wetterbedingungen z.B. starkem Seegang konnte nur auf 5 statt wie geplant auf 9 Brutinseln gezählt werden. Die unterbliebenen Zählungen werden jetzt - im April und Mai 2022 - nachgeholt.

… die „Karawane des Lebens“ zieht weiter.

La Serena, Landau, 19. März 2022

Im Rechtsstreit, ob die Ablehnung des „Projektes Dominga“ wegen unzureichender Berücksichtigung der Bedingungen eines sensiblen Ökosystems rechtmäßig war, wollte die 3. Kammer des Corte Suprema ein Urteil vermeiden und initiierte eine Schlichtung. Die ersten Anhörungen fanden Ende November vergangenen Jahres statt und sollten am 16. März fortgesetzt werden (s.a. Artikel „Darf es 10 Prozent mehrZerstörung sein“).

Offener Brief an Präsidenten Sebastián Piñera

und Umweltminister Javier Naranjo wegen der Einrichtung einer AMCP-MU hinter den Rücken der Bevölkerung.

La Serena 31. Januar 2022.

Am 22. Dezember 2021 hat der Ministerrat für Nachhaltigkeit (CMS) beschlossen, ein Meeresschutzgebiet „Humboldt-Archipel“ mit mehrfacher Nutzung, AMCP-MU, auszuweisen, dessen Fläche aufgeteilt ist, und ohne dass Nutzungsbeschränkungen für die Zone benannt werden. Konfrontiert mit diesem Beschluss wenden wir, Organisationen von heimischen Fischern, Gemeinschaften des einheimischen Chango-Volkes, der ländlichen Trinkwasserkomitees, Tourismusgruppen, Olivenproduzenten und Umweltorganisationen aus den Gemeinden La Higuera sowie Freirina (Chañaral de Aceituno) uns an den Präsidenten der Republik und den Umweltminister und fordern die Annullierung dieses Votums.

Gouverneure nennen zerstückelte Meeresschutzzone "unangemessen".

Am 22. Dezember hat der Ministerrat für Nachhaltigkeit die Schaffung einer Schutzzone im Meeresgebiet Humboldt-Archipel gebilligt. Damit spitzt sich nach dem Drängen des Corte Suprema auf einen Vergleich in der Sache Verladehafen „Dominga“ der Kampf um die Rettung des wertvollen Ökosystems weiter zu (s.a. Darf es 10 Prozent mehr Zerstörung sein?.

Dieser Beitrag ist eine ungekürzte Übersetzung des Artikels „Gobernadores de Atacama y Coquimbo califican de “improcedente” que Área Marina Protegida haya dividido Archipiélago de Humboldt“ aus der Online-Zeitung El Observatodo.

Darf es 10 Prozent mehr Zerstörung sein?

- Corte Suprema setzt Termin für Vergleich an -

Landau, Santiago 5. Dezember 2021.

Am 29. und 30. November fanden vor der 3. Kammer des Corte Suprema die Anhörungen in Sachen Bergbau- und Hafenprojekt Dominga statt. Die Anhörung wurde live übertragen.

Chronologie

Es ist schwierig, im unendlich langen Dominga-Zyklus im Blick zu behalten, worum es geht:

Erste Bilder vom Projekt „Forschung fürs Überleben“

Landau 28. November 2021.

Die Forschungsarbeiten in Chile haben begonnen (1). Die Gruppe um Dr. Guillermo Luna (Universität Coquimbo), die das Monitoring durchführt, hat auf den Inseln Choros 80 Nester und auf Chañaral 40 Nester markiert und dokumentiert das Brutgeschehen in den Nestern.

Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit wird erweitert.

Landau 25. November 2021.

Die letzten 2 Jahre waren in Chile sehr turbulent. Im Oktober 2019 protestierten Millionen Chilenen gegen soziale Ungleichheit und forderten eine neue Verfassung. Die Massenproteste mündeten in einem Referendum und Wahlen von Abgeordneten für eine verfassungsgebende Versammlung. Am letzten Wochenende waren in Chile Präsidentschaftswahlen. Auch ein neues Parlament und Teile des Senats wurden neu gewählt. Die Wahl des neuen Präsidenten wird in einer Stichwahl am 19. Dezember entschieden. Chile befindet sich in einem politischen und sozialem Umbruch mit ungewissem Ausgang. Das gilt auch für die Auswirkungen auf den Schutz der Umwelt und der Natur.

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