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Platz im Kleiderschrank schaffen und damit Pinguinen helfen? Das geht!

Landau 7. November 2021.

Sphenisco nimmt an der Aktion „Platz schaffen mit Herz“ teil. Dabei handelt es sich um eine Non-Profit-Initiative, die durch Weiterverkauf von Altkleidern soziale Projekte auf der ganzen Welt unterstützt. Im derzeitigen Voting erhalten die 100 Non-Profit-Organisationen mit den meisten Stimmen je 500 Euro.

Und nun ist Ihre Hilfe gefragt: Haben Sie Altkleider, nicht mehr benutzte Kissen/Decken, Kuscheltiere, Schuhe oder Taschen, die Sie gerne ausrangieren würden? Dann nix wie los! Einfach ein Paket zwischen 5 und 25 Kilogramm packen, unter „platzschaffenmitherz.de“ einen Paketschein erstellen und ausdrucken, Ihre E-Mail-Adresse bei der Erstellung des Versandlabels angeben und das Paket bei einem Hermes-Shop abgeben. Der Versand ist komplett kostenlos. Nachdem das Paket bei „Platz schaffen mit Herz“ angekommen ist, erhalten Sie per E-Mail einen Votingcode. Mit diesem können Sie für Sphenisco stimmen und mithelfen, uns unter die 100 Organisationen mit den meisten Votingcodes zu befördern, die Spendengelder erhalten. Die genaue Webadresse hierfür lautet https://voting.platzschaffenmitherz.de/voting-organization/2021-2-voting/sphenisco-schutz-des-humboldt-pinguins-ev/. Alternativ können den Votingcode an unser Mitglied Claudia Wirth weiterleiten. Claudia kümmert sich dann um die Stimmabgabe für Sphenisco.

Übrigens: Auch kaputte Kleidung/Textilien werden gerne bei „Platz schaffen mit Herz“ angenommen. Diese werden aufbereitet und als Dämmmaterial verwendet. Man sieht, es sind kaum Grenzen gesetzt, denn im Grunde kann man sämtliche Textilien einschicken und dabei Gutes tun. Sollte es Sphenisco unter die ersten 100 Non-Profit-Organisationen schaffen, fließt das Geld in die Bildungsmaßnahmen und Öffentlichkeitsarbeit in der Region Coquimbo, um das Archipel Humboldt, Gemeinde La Higuera, Nordchile vor der Zerstörung zu bewahren. Das aktuelle Voting läuft bis 01. Februar 2022.

Bei Fragen können Sie sich jederzeit gerne per E-Mail an Claudia Wirth wenden: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Und nun wünschen wir viel Spaß beim Ausmisten und danken von Herzen für jede einzelne Stimme.

 

Claudia Wirth

 

Bildschirmfoto Aktion Kleiderschrank

Extraktivistische Politik schadet Chiles Ökosystemen (Hrsg. Jennifer Sills)

Landau 30. September 2021.

Die Entscheidung der Kommission für Umweltverträglichkeitsprüfung (COEVA) der Region Coquimbo hat in Chile breite Proteste ausgelöst. Von besonderem Interesse ist der Offene Brief chilenischer Wissenschaftler, der in der Online-Ausgabe von Science (https://www.science.org) veröffentlicht wurde.

Am 11. August genehmigte die chilenische Regierung den Bau und Betrieb von Dominga (1), einem hochgradigen Eisen- und Kupfertagebau und Hafen im Herzen des Ökosystems des Humboldt-Archipels (sieben Inseln vor Nordchile und der angrenzenden chilenischen Küste).

Die wissenschaftliche Gemeinschaft, die nationale Forstbehörde und das Umweltministerium hatten dieses Projekt zuvor abgelehnt, da es enorme und irreversible Auswirkungen auf Land und Meer in einem Ökosystem haben wird, das weltweit als "Hoffnungsträger" für die biologische Vielfalt gilt (2). Das Ökosystem des Humboldt-Archipels beherbergt eine reiche und einzigartige Flora und Fauna, und 60 % der Gesamtfläche des Reservats sind als sehr empfindlich eingestuft (3). Schätzungsweise 60 bis 88 % der Arten des Ökosystems sind endemisch (3), und viele stehen auf der Roten Liste der International Union for Conservation of Nature (IUCN). Angesichts der hohen Umweltkosten, die Dominga verursacht, sollte das Projekt gestoppt werden.

Dominga wird das Ökosystem des Humboldt-Archipels und das Küstenland zerstören. Anhaltender Auftrieb wird große Mengen an Entsalzungskonzentrat aus der unterseeischen Pipeline transportieren und sich auf pelagische und benthische Nahrungsnetze auswirken, die Seevögel und Meeressäugetiere von globaler Bedeutung beherbergen. Etwa 25 Seevogelarten sind in der Umgebung der Inseln zu Hause, die Nistplätze für mindestens 14 Arten bieten, von denen 9 endemisch sind (4). Meeressäuger wie der vom Aussterben bedrohte Meeresotter (4), der ansässige Große Tümmler (5) und 11 Walarten ernähren sich im Ökosystem des Humboldt-Archipels, brüten dort oder beides (4). Die Hafeninfrastruktur, die Gefahr von Ölverschmutzungen, Lärm- und Lichtverschmutzung sowie der zunehmende Schiffsverkehr werden Seevögel und Wale direkt bedrohen (6). Der Bergbau wird auch die Lebensräume gefährdeter Kakteen (7) und Populationen von Vögeln (8), Reptilien (9), Skorpionen (10) und Insekten (11) gefährden.

Die Bergbaupolitik in Chile hat eine lange Geschichte, obwohl sie katastrophale Folgen für die Umwelt, die Gemeinden und die Menschenrechte hat (12). Im Einklang mit dem sechsten Bewertungsbericht des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) zur Eindämmung des Klimawandels sollte Chile eine sauberere Umwelt- und sozioökonomische Politik verfolgen, die sowohl den Reichtum als auch die Artenzusammensetzung des Ökosystems des Humboldt-Archipels bewahrt. Chile befindet sich derzeit an einem Scheideweg, da die gewählten Abgeordneten eine neue Verfassung ausarbeiten: Entweder wir setzen den Weg des traditionellen Extraktivismus fort, der unsere biologische Vielfalt gefährdet, oder wir passen uns an eine grünere Zukunft an und fördern eine nachhaltige Wirtschaft, die den Fortschritt mit den aktuellen sozialen Erfordernissen der Umweltgerechtigkeit in Einklang bringt.

Mauricio A. Urbina 1,2, Pablo C. Guerrero 3, Viviane Jerez 1, Fulgencio Lisón 1, Guillermo Luna-Jorquera 4, Camilo Matus-Olivares 5, Juan C. Ortiz 1, Guido Pavez 6,7,8, María J. Pérez-Alvarez 7,9,10, Ramiro Riquelme-Bugueño 1,2, Macarena Santos-Carvallo 6,7, Maritza Sepúlveda 6,8, Pedro F. Victoriano 1, Daniel Gomez-Uchida 1,8*

(1) Departamento de Zoología, Facultad de Ciencias Naturales y Oceanográficas, Universidad de Concepción, Concepción, Chile. (2) Instituto Milenio de Oceanografía, Universidad de Concepción, Concepción, Chile. (3) Departamento de Botánica, Facultad de Ciencias Naturales y Oceanográficas, Universidad de Concepción, Concepción, Chile. (4) Núcleo Milenio Ecología Manejo Sustentable Islas Oceánicas, Departamento de Biología Marina, Universidad Católica del Norte, Coquimbo, Chile. (5) Departamento de Ciencias Forestales y Medioambiente, Facultad de Ciencias Agropecuarias y Forestales, Universidad de La Frontera, Temuco, Chile. (6) Centro de Investigación y Gestión de Recursos Naturales, Facultad de Ciencias, Universidad de Valparaíso, Chile. (7) Centro de Investigación Eutropia, Santiago, Chile. (8) Núcleo Milenio Salmónidos Invasores, Concepción, Chile. (9) Escuela de Medicina Veterinaria, Facultad de Ciencias, Universidad Mayor, Santiago, Chile. (10) Instituto de Ecología y Biodiversidad, Santiago, Chile.

*Berichterstattender Autor. E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

REFERENZEN UND ANMERKUNGEN

  1. Mining[dot]com, “Chile’s $2.5 billion Dominga copperiron project approved by regulators” (2021); www.mining.com/web/chiles-2-5bn-dominga-copper-ironmine-project-approved-by-regulators/.
  2. BBC News, “Humboldt Archipelago: The ‘place of hope’ of the oceans in Chile” (2018).
  3. Corporación Nacional Forestal, “Plan de manejo Reserva Nacional Pinguino de Humboldt, Part A” (2018) [in Spanisch].
  4. M. Sepúlveda et al., “Determinación del estado A recently approved mining project threatens the endemic species and fragile ecosystems of northern Chile, including those on Tilgo Island. poblacional en las Reservas Marinas isla Chañaral e islas Choros y Damas, de las especies delfín nariz de botella, chungungo, pingüino de Humboldt y cetáceos” (Informe Final Proyecto FIPA 2018-43, 2021) [in Spanisch].
  5. M. J. Pérez-Alvarez et al., Anim. Behav. 139, 81 (2018).
  6. R. Quispe et al., Mar. Ornithol. 48, 205 (2020).
  7. P. C. Guerrero et al., Taxon 68, 557 (2019).
  8. J. F. Masello et al., Front. Zool. 8, 16 (2011).
  9. P. Valladares et al., Gayana 75, 81 (2011) [in Spanisch].
  10. J. Pizarro-Araya, A. A. Ojanguren-Affilastro, Gayana 82, 8 (2018) [in Spanisch].
  11. V. Jerez, J. Pizarro-Araya, Gayana 82, 101 (2020) [in Spanisch].
  12. S. Smart, Crit. Plan. 23, 59 (2017).

W.K.

Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August

Landau, 9. Oktober 2021

C H I L E

+++Entscheidung pro Dominga.

Die Kommission für die Umweltverträglichkeitsprüfung (COEVA) der Region Coquimbo hat am 11. August das Projekt Dominga der Firma Andes Iron genehmigt. „Defensa ambiental“ und „Alianza Humboldt“ hatten bereits im Vorfeld eine Unterschriftenaktion und am 11. August eine Demonstration vor dem Gebäude der Regionalregierung in La Serena organisiert. In den Wochen nach der Entscheidung protestierten viele Organisationen und Institutionen – auch staatliche – gegen diese Entscheidung. Ein besonders prominentes Beispiel ist der Offene Brief chilenischer Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Science Mitte September (s. Artikel „Extraktivistische Politik schadet Chiles Ökosystemen - Hrsg. Jennifer Sills).

Defensa ambiental und Alianza Humboldt kündigten als Reaktion auf die Entscheidung eine Serie von Veranstaltungen an, die sie in den letzten Wochen realisiert haben. Hier eine kleine Auswahl: 4. September, Kulturtag „Farbe“ in Caleta Hornos; 10. September, Festival Música la vida, ein Livestream; 25. September, Vortragsreihe Route Humboldt „Die Changos - Ureinwohner des Humboldt Archipels“; 25./26. September, Rechtsberatung für Bewohner der Küstendörfer. In diesem Workshop informierte ein Rechtsanwalt die Einwohner über die Entscheidung der Umwelt-Kommission zu Gunsten von Andes Iron und ermutigte sie, Eingaben sogenannte „Observaciones“ zu machen. Die Frist für die Eingaben endet am 25. Oktober. (s.a. Artikel „Nein zum Ökozid - #NoaDominga“, 15. August 2021).

+++Greenpeace Protest gegen Entscheidung.

Greenpeace Chile, ebenfalls Mitglied der Alianza, fordert seit dem 27. September mit dem Slogan „#NOADOMINGA- protejamos este santuario“ auf, direkt bei der Kommission für Umweltverträglichkeitsprüfung gegen deren Entscheidung (vom 11. August) zu protestieren https://noadominga.cl. Bis jetzt haben sich 56.829 Chilenen dem Protest angeschlossen (Stand 7. Okt.). Die Eingabe bei der Kommission kann nur von chilenischen Staatsbürgern gemacht werden.

+++Einspruch von Oceana gegen Entscheidung.

Am 29. September hat das Berufungsgericht in La Serena den Einspruch der NGO Oceana gegen die Entscheidung der Kommission für Umweltverträglichkeitsprüfung zugelassen.

+++Forschung fürs Überleben.

SPHENISCO hat mit der Universität Andrés Bello, Santiago einen Vertrag über ein insgesamt 6-jähriges Forschungsprojekt geschlossen. Zunächst gilt die Vereinbarung für die Zeit Südfrühling 2021 bis Südsommer 2023. (s.a. Arikel „Forschung fürs Überleben“ vom 4. Juni 2021). Die Forschungsarbeiten beginnen Mitte Oktober.

Die Vorbereitungen sind wahrhaft „global“. Wie einst Karel Gott konnten die Pinguin-Forscher singen „Einmal um die ganze Welt und die Taschen voller … GPS-Logger“. Der Forscher Dr. Mattern, Neuseeland bestellte im Auftrag von Sphenisco Forschungsgeräte bei der italienischen Firma TechnoSmart Europe in Rom. Die Firma schickte die Logger an den chilenischen Forscher Dr. Thiel, der zu dieser Zeit in Kiel arbeitete. Mitte September nahm Dr. Thiel die Geräte bei seinem Rückflug mit nach Coquimbo in Chile. Die Rechnung von Technosmart Europe ging an SPHENISCO in Landau.

+++Taucher-Fortbildung.

Zur Zeit bereitet Nancy Duman eine Fortbildung „Sicherheit beim Tauchen“ in den Küstendörfern der Gemeinde La Higuera vor. In der Fortbildung vermitteln französische Experten chilenischen Berufstauchern, wie sie sich vor Unfällen schützen und welche Maßnahmen sie bei Unfällen ergreifen können. Die Fortbildung soll vom 29. Oktober bis 7. November in den Dörfern Chañaral, Choros und Chungungo für die in der Region heimischen Taucher stattfinden. Es ist nicht sicher, ob die Initiative nicht an Bestimmungen zur Pandemie (7 Tage-Quarantäne erforderlich) noch scheitert.

+++Videokonferenz mit Oceana.

Am 27. September sprachen Nancy Duman,  Gabriele und Werner Knauf in einer Video-Konferenz mit Liesbeth van der Meer, Direktorin der NGO Oceana. Die NGO und SPHENISCO arbeiten schon sehr lange und sehr gut zusammen. Die Repräsentantinnen der Organisationen kannten sich bisher nicht persönlich. Da Besuche in Chile in naher Zukunft nicht möglich sind, diente das Gespräch dem gegenseitigen Kennenlernen sowie dem Austausch über  Perspektiven zukünftiger Zusammenarbeit zum Schutz des Humboldtarchipels.

+++Pandora Papers

Anfang Oktober berichten die chilenischen investigativen Online Portale Ciper und LaBot, dass Präsident Piñera in Offshore-Geschäfte mit Dominga-Aktien auf den britischen Jungferninseln verwickelt ist. Die Nachricht löst nicht nur eine Welle von Protesten aus, sie führt auch zu ersten politischen und juristischen Massnahmen. Alianza Humboldt fordert daraufhin die Behörden auf, das Dominga-Projekt endgültig zu beenden, anzuerkennen, dass die Genehmigung des Hafens Cruz Grande erloschen ist, da nicht innerhalb von 5-Jahren mit dem Bau begonnen wurde, und das Humboldt-Archipel endlich unter Schutz zu stellen.

Die Pandora Papers haben Klauseln enthüllt, nach denen die 3. Rate des Kaufpreises für die Dominga-Aktien an die Bedingung geknüpft wurde, dass im Bereich der Mine sowie des geplanten Hafens keine Sperrzone, kein Nationalpark oder ein Naturschutzgebiet errichtet wird. Es empört viele Menschen, dass Entscheidungen in dieser Sache vom damaligen Präsidenten der Republik, Sebastián Piñera, abhingen, der mit dem Geschäft verbunden war.

P  E  R  U

+++Umweltbildung von Acorema.

Seit 2010 organisiert und gestaltet die NGO Acorema das Bildungsprojekt „Queremos vivir – wir wollen leben“. Die letzten 2 Jahre fanden unter den Bedingungen der Pandemie statt, was u.a. zu Zeitverlusten führte. Das Team um Señora Milagros Ormeno verlängert deshalb die Projektphase um 2 Monate, um vereinbarte Maßnahmen abzuschließen zu können. Aktivitäten mit persönlichem Kontakt wie z.B. Schulungen und Workshops konnten größtenteils nicht durchgeführt werden. Dieses Handicap kompensierte Acorema durch virtuelle Angebote (s.a. Artikel „Umweltbildung trotz Pandemie“ vom 4. Januar 2021). Die veränderte Arbeitsweise führte dazu, dass neue Materialien und Medien kreiert wurden. So wurde eine Vorschul-Broschüre mit dem Titel "Mit dem Humboldt-Pinguin unseren Ozean kennen und schützen" erarbeitet und begonnen, die Website von Acorema zu erneuern, um virtuelle Bildungsmaterialien einzubinden zu können. SPHENISCO ist immer wieder beeindruckt von der konsequenten und kreativen Arbeit des „Teams Milagros“ und plant die bewährte Arbeit auch im kommenden Jahr fortzusetzen.

+++Forschung auf den Ballestas-Inseln

Die wissenschaftliche Untersuchung des Bruterfolgs auf den Ballestas-Inseln, Südperu sollte eigentlich bereits im August beginnen. Es konnten zwar alle notwendigen Geräte beschafft werden, aber die erforderlichen Genehmigungen verzögern sich. So benötigen die Forscher eine Lizenz, um eine Drohne zu führen. Dazu mussten sie ein Kurs absolvieren und eine  Abschlussprüfung bestehen. Nach 14 Tagen erteilt dann gewöhnlich das Ministerium für Verkehr und Kommunikation die Lizenz. In der Realität warteten die Forscher aber 45 Tage. Nachdem das Dokument endlich eingetroffen war, hat Acorema eine Genehmigung für Forschungsarbeiten beim „Nationalen Schutzgebiet für Inseln, Inselchen und Puntas Guaneras“ beantragt. Seit inzwischen mehr als 30 Tagen warten die Forscher auf eine Antwort. Sie werden nachhaken und so bald wie möglich mit der Forschung beginnen.  

E U R O P A

+++Artenschutzeuro Zoo Rostock.                                                                                                

Anfang dieses Jahres hat auch der Zoo Rostock einen Artenschutzeuro eingeführt und unterstützt so, neben anderen Projekten, auch den Schutz des Humboldt-Pinguins. Die Gelder ermöglichen es SPHENISCO, die Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit in der Region Coquimbo, Nordchile zu erweitern. Diese Region ist bekanntlich von zentraler Bedeutung für das Überleben dieser Pinguinart, da hier Lebensraum und Brutgebiete von rund 80% der verbliebenen Weltpopulation des Humboldt-Pinguins liegen. Die Meeresregion ist seit vielen Jahren durch immer neue Großprojekte stark gefährdet. Unsere Mitarbeiterin Nancy Duman und ihre Mitstreiter organisieren und gestalten dort seit vielen Jahren kontinuierlich öffentliche Versammlungen, Aktionen (z.B. Anlegen von kleinen Gärtchen, Kunst- und Musikevents), Seminare, Workshops und Tagungen, pflegen Kontakte mit Verantwortlichen und schreiben Beiträge für Medien. Durch die langfristige und intensive Arbeit entstand ein großes Netzwerk wie Alianza Humboldt. Auch in der aktuellen Situation - Wahlen am 21. November in Chile, breite Protestbewegung gegen die Entscheidung der Umweltkommission, Pandora Papers enthüllen Manipulationen der Familie des Präsidenten - sind die Mitglieder der Alianza sehr aktiv und finden zunehmend Gehör bei den Medien.

+++Artenschutztag Zoo Karlsruhe.                                                                                                    

Am 21. September fand im Zoo Karlsruhe der inzwischen schon traditionelle große Artenschutztag statt, bei dem sich rund 30 Institutionen mit Infoständen präsentierten. SPENISCO, vertreten durch die 2. Vorsitzende Christina Schubert und die ehemalige Zoo-Volontärin und Pinguin-Freundin Chantal Trauth, war natürlich auch wieder dabei. Mit 3G-Regel und etwas größeren Abständen hat der Zoo Karlsruhe wieder eine tolle Veranstaltung organisiert. Bei bestem Zoo-Wetter und sehr gutem Besuch, platziert an den Gehegen der Humboldt- und Magellan-Pinguine freuten sich die Vertreterinnen von SPHENISCO über reges Interesse. Teilweise konnten intensivere Gespräche über die Bedrohung der Humboldt-Pinguine und die Arbeit des Vereins geführt werden, teilweise staunten kleine und große Zoogäste über Ausstellungsstücke wie Pinguin-Ei, Präparat eines Pinguinschädels und Pinguinfedern oder freuten sich an Verkaufsartikeln wie DVD´s, Postkarten oder Pinguin-Wein. SPHENISCO durfte sich auch über (kleinere) Spenden freuen. Hingucker und „Verkaufsschlager“ waren erneut die von Chantal Trauth liebevoll gehäkelten Mini-Pinguine. (Verfasserin Christina Schubert)

+++Spende vom Parc Merveilleux.                                                                                         

SPHENISCO hat inzwischen eine ganze Reihe von „treuen“ Unterstützern. Dazu gehört auch der Parc Merveilleux. Der Tier- und Freizeitpark, Gemeinde Bettemburg in Luxemburg hat erneut die Arbeit von  SPHENISCO mit einer großzügigen Spende unterstützt.

W.K.

Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August-September+++Sphenisco kurz August

Sphenisco kurz Juni-Juli +++ Sphenisco kurz Juni-Juli +++ Sphenisco kurz Juni-Juli ++++ Sphenisco

 

Landau, 3. August 2021

 

C H I L E

 

+++Vom 5.-9. September 2022 sollte in in Viña del Mar, Chile die Welt-Pinguin-Konferenz stattfinden. Chile ist stark von COVID-19 betroffen. Das Auswärtige Amt der Bundesrepublik stuft Chile aktuell als Hochrisikogebiet ein. Die chilenische Regierung hat die Einreisesperre bis auf weiteres verlängert. Angesichts der Lage und der Unsicherheiten hinsichtlich des weiteren Verlaufs der Pandemie haben die Organisatoren die Konferenz um 1 Jahr verschoben.

+++Die Vorbereitungen für das Forschungsprojekt „Entschlüsselung der Populationsgröße und des Futtersuchverhaltens von Humboldt-Pinguinen in Chile“ haben begonnen (s.a. Artikel Forschung fürs Überleben vom 4. Juni 2021). Die 3 Forschungsarbeiten sollen Ende des Jahres starten. Dr. Alejandro Simeone – verantwortlich für den Census – hat in verschiedenen Regionen des Landes die CONAF (Corporación Nacional Forestal, zuständig für den Naturschutz) als Kooperationspartner gewinnen können. Die regionalen Körperschaften sind sehr an Zahlen zum Bestand der Humboldt-Pinguine auf den Brutinseln interessiert, da sie in der letzten Zeit keine Daten erhoben haben.

Dr. Guillermo Luna – zuständig für die Untersuchung des Bruterfolges - ist skeptisch, ob das Monitoring im Südsommer realisiert werden kann. Für die Forschungsarbeiten werden studentische Hilfskräfte benötigt. Es ist z. Zt. völlig offen, ob diese bei den strengen Bestimmungen für Studierende während der Pandemie eingesetzt werden dürfen. Wir wollen deshalb vorschlagen, engagierte Natur- und Umweltschützer für diese Aufgabe zu gewinnen, die bereits einen vollen Impfschutz haben.

Die neuseeländischen Forscher Dr. Ursula Ellenberg und Dr. Thomas Mattern - zuständig für die Untersuchungen zur Nahrungssuche – könnten momentan gar nicht oder nur mit Sondergenehmigung nach Chile einreisen. Sie müssten bei der Einreise nach Chile und ebenso bei der Rückreise nach Neuseeland jeweils 14 Tage in Quarantäne. Ein wahrscheinlich nicht vertretbarer und bezahlbarer Aufwand. Auch hier wollen wir klären, ob es möglich ist, die Arbeiten an erfahrene Forscher zu delegieren, die bereits in Chile sind, und die Forscher vor Ort von Neuseeland aus zu supervidieren.

SPHENISCO will alles tun, damit die Forschungsarbeiten nicht erneut verschoben werden müssen, und hofft, dass dies gelingt.

+++Die Vorbereitung zu den Projekten – Umbildung in den Küstendörfern, Radiosendungen mit dem Thema „Humboldt-Archipel“, Online-Seminare und die Petition „Meeresschutzzone Humboldt Archipel“ stagniert in den letzten Wochen. Sie werden weiterverfolgt und sollen so bald wie möglich realisiert werden.

 

P E R U

 

+++In Peru haben die Vorbereitungen für das Forschungsprojekt „Aspekte der Fortpflanzung von Humboldt-Pinguinen auf den Ballestas-Inseln“ begonnen. Zur Zeit werden die technische Ausrüstung beschafft und die erforderlichen Genehmigungen eingeholt. ACOREMA ist optimistisch, Ende August die ersten Erhebungen durchführen zu können (s.a. Artikel „Bruterfolg auf den Ballestas-Inseln?“ vom 28. Mai).

 

E U R O P A

 

+++Am 26. Juni trafen sich 18 Mitglieder und Nancy Duman zur Jahreshauptversammlung 2021 erneut online. Die Aktivitäten des Vereins wurden in der Videokonferenz diskutiert. In 7 Kurzvideos hatte der Vorstand ab Mitte Juni auf der Plattform Vimeo ausführlich über die Arbeit des Vereins informiert. Der Vorstand wurde einstimmig - bei Enthaltungen der Vorstandsmitglieder - entlastet.

Die geplanten Projekte Census, Bruterfolg und Nahrungssuche in Chile, Bruterfolg in Peru, Umweltbildung in den Küstendörfern der Gemeinde La Higuera, wöchentliche Radiosendungen (La Serena) und die Petition „Meeresschutzzone Humboldt Archipel“ wurden besprochen und fanden die Zustimmung der Mitglieder. Von den Teilnehmern wurden Vorschläge zur Werbung von neuen Mitgliedern und eine verbesserte Präsentation des Vereins eingebracht. Die Zooschule Landau bot an, SPHENISCO in die geplante Aktion „Zoo-Natur-Activity “ einzubinden. Die Diskussion war ausführlich und lebhaft, dauerte rund 2,5 Stunden (s.a. Artikel „Ein Wochenende in Landau …“ vom 22. Juli).

+++ 27 Schulklassen (fünfte Klassen), rund 810 Kinder nehmen an einem „Erlebnistag“ unter dem Motto „Zoo-Natur-Activity“ im Landauer Zoo teil. Bei einen Rundgang können Schüler die Tiervielfalt des Zoos entdecken und wichtige Aspekte des Artenschutzes kennenlernen. Auf dieser Basis wird mit Schülern und Lehrkräften besprochen, wie sie sich – nach Möglichkeit im Klassenverband - für den Schutz der Natur und bedrohter Arten engagieren können. Das Team der Zooschule wird auch Aktivitäten zum Schutz der Humboldtpinguine und ihres Lebensraums anregen.

+++Der Zoo Karlsruhe plant für den 12. September seinen schon traditionellen Artenschutztag. SPHENISCO wird mit einen Info-Stand, betreut von Christina Schubert, vertreten sein.

Karlsruhe Logo Dresden

+++Das Projekt „Entschlüsselung der Populationsgröße und des Futtersuchverhaltens von Humboldt-Pinguinen in Chile“ wird im wesentlichen von der Artenschutzstiftung Zoo Karlsruhe, dem Zoo Dresden und im ersten Förderzeitraum auch von den Freunden des Tierparks Hagenbeck finanziell getragen. Im Juli haben die Artenschutzstiftung und der Zoo Dresden erneut Fördergelder zur Verfügung gestellt, die mit Hilfe des Artenschutzeuros generiert wurden. Mit dieser Förderung kann das insgesamt auf 6 Jahre angelegte Forschungsprojekt auch mittelfristig finanziert werden.

+++Der DierenPark Amersfoort, Provinz Utrecht, Niederlande fördert über die Ouwehand Zoo Foundation (OZF) das Projekt „Queremos vivir – wir wollen leben“ in Südperu. Das Angebot zur Umweltbildung unseres Partners Acorema besteht seit über 10 Jahren und wendet sich an Kinder in der Vor- und Grundschule sowie deren Erzieher und Eltern.

+++Der Verein Pinguinfreunde Cuxhaven e.V. hat auf seiner Jahreshauptversammlung einstimmig beschlossen - wie schon im vergangenen Jahr - die Artenschutzarbeit von SPHENISCO mit einer großzügigen Spende zu unterstützen.

 

W.K.

Peru - Umweltbildung und Pandemie

Februar 2021.

Foto- und Videothek zum Artikel „Umweltbildung trotz Pandemie – ACOREMA geht neue Wege“ vom 4. Januar 2021.

Videos sind bei vimeo zu sehen: https://vimeo.com/user22728219

 

Umweltbildung Umweltbildung Umweltbildung

 

Umweltbildung Umweltbildung Umweltbildung
   
© SPHENISCO

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