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Regierung Kast stoppt Maßnahme zum Schutz des Humboldt-Pinguins

Landau 19. März 2026. Vor einem Monat berichtete Sphenisco über die Erkärung des Humbold-Pinguins zum Natur-Denkmal. Dieser Status verbessert den Schutz der stark bedrohten Pinguinart. Die Freude währte nur kurz. Eine Woche nach ihrem Antritt legt die neue Regierung Kast die Erklärung auf Eis und kündigte an, sie fachlich sowie juristisch zu überprüfen. Es ist zu befürchten, dass die Entscheidung revidiert oder auf die lange Bank geschoben wird. Wie viele andere chilenische Medien berichtete auch das Onlineportal von Radio BioBio (1) und ging in ihrer Meldung ausführlich auf die Einordnung durch den Wissenschaftler Dr. Alejandro Simeone ein:

„Die Argumente waren stichhaltig“ kommentiert ein Experte die Aufhebung des Dekrets zum Schutz des Humboldt-Pinguins (2)

Die Entscheidung der neuen Regierung unter Präsident José Antonio Kast, eine Reihe von Verordnungen (3) zurückzuziehen, die sich bei der Obersten Rechnungsprüfung (Contraloría General de la República) (4) in Bearbeitung befanden, darunter eines, das den Schutz des Humboldt-Pinguins stärken sollte, hat in Wissenschafts- und Umweltkreisen Besorgnis ausgelöst.

Es ist eine Entscheidung des Umweltministeriums, das angekündigt hat, verschiedene Dekrete zu überprüfen, die von der vorherigen Regierung erlassen wurden. Laut Regierung sollen die fachlichen und rechtlichen Grundlagen überprüft werden, bevor die Bearbeitung der Contraloría fortgesetzt wird.

Die Regierung zieht das Dekret zurück, das den Humboldt-Pinguin schützt

Fachleute warnen, dass die Situation des Humboldt-Pinguins ohne die geplanten Beschränkungen bzw. durch das Anhalten oder Verzögern von Schutzmaßnahmen verschlimmert würde. Erst kürzlich wurde der Humboldt-Pinguin, eine der emblematischsten Arten des chilenischen Meeres, neu klassifiziert, da er nicht mehr nur „gefährdet“ (VU), sondern vom „Aussterben bedroht“ (EN) ist. Außerdem befinden sich etwa 80 % der weltweiten Population auf chilenischem Territorium.

In einem von „The Clinic“ (5) veröffentlichten Interview äußerte sich der Forscher Dr. Alejandro Simeone vom Instituto One Health der Universidad Andrés Bello besorgt über die Rücknahme des Dekrets, das neue Artenschutzinstrumente gewähren wollte. Simeone, der seit mehr als drei Jahrzehnten zum Humboldt-Pinguin forscht, erklärte, dass jeder Rückschritt beim Artenschutz Alarm bei Fachleuten auslöst: "Es ist eine Art, die in Bedrängnis ist. Daher ist jede Maßnahme, die man der bedrohten Art entzieht oder deren Einführung verzögert wird (...) eine schlechte Nachricht. Wir sind besorgt“. Der Experte fügte hinzu, dass das Dokument, das die Maßnahme untermauert, auf soliden wissenschaftlichen Grundlagen erstellt wurde. Wie gesagt, wurde die Klassifizierung von Fachleuten revidiert und basierte auf Daten über den Zustand der Population und der Erhaltung dieser Art. "Die Argumente, die dort vorliegen, waren sehr eindeutig (...) es gab nicht viel zu interpretieren", sagte Simeone im Interview.

Ein zusätzliches Schutzinstrument

Die neue Klassifizierung des Humboldt-Pinguins, als Art in der Gefahr des Aussterbens, wurde nach einem fachlichen Prozess in den Jahre 2024 und 2025 bereits im Amtsblatt veröffentlicht.

Der zurückgezogene Erlass, der jetzt geprüft werden soll, wurde am Ende der Amtszeit der vorherigen Regierung initiiert, um den Schutz dieser Pinguinart durch weitere Schutzmaßnahmen zu stärken. Obwohl die Entscheidung der Regierung nicht unbedingt den endgültigen Widerruf bedeutet, verunsichert sie nach Einschätzung von Simeone: „Es ist zwar noch keine schlechte Nachricht, aber dennoch beunruhigend, denn das Projekt war bereits fertig“, erklärte er.

Es sei darauf hingewiesen, dass die Rücknahme des Dekrets noch nicht bedeutet, dass es in Zukunft nicht doch in Kraft treten wird. Es hängt von der Regierung ab, ob sie es mit Änderungen erneut vorlegt oder die fachliche Überprüfung fortsetzt.“

W.K.

Anmerkungen

Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die im Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.

(1) Das Oneline-Portal biobio.cl ist eines der größten und einflussreichsten Nachrichtenportale in Chile. Es ist die Online-Präsenz von Radio Bío-Bío, einem renommierten chilenischen Radiosender, der ein breites Spektrum an Informationen bietet.
(2) Der Artikel „Experto y retiro de decreto que protegía al pingüino de Humboldt: "argumentos eran bastante sólidos" erschien am 17. März 2026 im Onlineportal biobio.cl.
(3) Das Umweltministerium stoppte bei der Obersten Rechnungsprüfung (Contraloría General de la República) 43 Dekrete der vorherigen Regierung aus dem „Verfahren zur Vernunft“.
(4) Die Contraloría General de la República (CGR) ist ein autonomes, verfassungsrechtliches Organ in Chile, das die Legalität von Verwaltungsakten kontrolliert und die korrekte Verwendung öffentlicher Gelder sicherstellt. Zu ihren Hauptaufgaben gehören die Prüfung von Regierungsentscheidungen, die Prüfung der Staatsfinanzen und die Aufsicht über die Einhaltung der Gesetze. 
(5) „The Clinic“ (Die Klinik) ist eine teilweise satirische chilenische Zeitung, die Analysen und Meinungen zu Politik, Kultur und aktuellen Ereignissen bietet.

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