Landau 15. Juli 2026.
Im Kontext der 12. internationalen Welt-Pinguin-Konferenz in Philipp Island organisieren Pinguinforscher einen „Vor-Workshop“ mit dem Thema „Was funktioniert für gebänderte Pinguine? Wissenschaft in effektiven Schutz für afrikanische und Humboldt-Pinguine umsetzen“. (1)
Zusammenfassung des Programms
Gebänderte Pinguine gehören zu den am meisten bedrohten Seevögeln weltweit, wobei sowohl afrikanische (Spheniscus demersus) als auch Humboldt-Pinguine (S. Humboldti) einen raschen Populationsrückgang erleben. Afrikanische Pinguine sind in den letzten drei Jahrzehnten um rund 80 % zurückgegangen, was hauptsächlich auf die Erschöpfung der Beutetiere im Zusammenhang mit der Klimavariabilität und der industriellen Fischerei zurückzuführen ist. In ähnlicher Weise sind Humboldt Pinguine entlang der Küsten von Peru und Chile aufgrund von Fischereiinteraktionen, Lebensraumstörungen, Klimavariabilität (einschließlich El Niño) und aufkommenden Bedrohungen wie Krankheiten mit anhaltender Reduktion konfrontiert.
Trotz jahrzehntelanger Forschung und Erhaltungsmaßnahmen bleiben die Populationssentwicklungen negativ, was die kritische Frage aufwirft: Welche Naturschutzstrategien sind unter sich ändernden marinen Bedingungen wirklich effektiv, skalierbar und widerstandsfähig?
Dieser Workshop wird Forscher, Praktiker und politische Entscheidungsträger zusammenbringen, um die gewonnenen Erkenntnisse aus dem Bereich gebänderter Pinguine zu synthetisieren. Dabei liegt der Schwerpunkt auf Brillen- und Humboldt- Pinguinen. Erkenntnisse aus langfristigen Überwachungsprogrammen, experimentellen Managementinterventionen und sektorübergreifenden Kooperationen in Peru, Chile und dem südlichen Afrika sollen im Vordergrund stehen. Zu den Hauptthemen gehören: 1. Fischereimanagement und räumlicher Schutz (z. B. No-Take-Zonen, Beifangminderung); 2. kolonienbasierte Interventionen, z. B. Raubtierbekämpfung, künstliche Nester, Verringerung von Störungen; 3. adaptive Überwachungsrahmen, die die ozeanografische Variabilität mit demografischen Reaktionen verknüpfen; und 4. Rolle der Governance, des Engagement der Stakeholder und internationaler Partnerschaften bei der Aufrechterhaltung der Erhaltungsergebnisse.
Die Teilnehmer werden an interaktiven Diskussionen teilnehmen, um Best Practices, Wissenslücken und vorrangige Maßnahmen zu identifizieren. Der Workshop wird
1. ein kurzes Grundsatzpapier erstellen, das evidenzbasierte Empfehlungen für Entscheidungsträger zusammenfasst, und
2. eine internationale Arbeitsgruppe zum Schutz von Bandpinguinen einrichten, um die laufende Zusammenarbeit, den Datenaustausch und koordinierte Maßnahmen zwischen den Regionen zu erleichtern. (1)
W.K.
Anmerkungen
Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet.
Die im Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders
kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.
(1) Konferenzprogramm der 12. Internationalen Pinguin-Konferenz.
https://www.penguin-conference.com/conference-programme/


