Landau 22. Januar 2026. Am „Penguin Awareness Day“, am 20. Januar informierten Naturschützer und Wissenschaftler in Südamerika wieder über Pinguine. Wie am Welt-Pinguin-Tag im April machten sie die Öffentlichkeit auf diese faszinierende Tierart, ein Wunder der Evolution, und die drohende Ausrottung einiger Pinguinarten aufmerksam.
Greenpeace veröffentlichte zum „Penguin Awareness Day“ die Pressemitteilung "Der Lebensraum des Humboldt-Pinguins ist am Limit und verträgt keinen weiteren Druck". Die Nonprofit-Organisation verwies auf die negative Entwicklung der Population und den verschlechterten Status der Gefährdung, der von „gefährdet“ (VU) auf „stark gefährdet“ (EN) angehoben werden musste. Silvana Espinosa von Greenpeace (1) sagte: „In diesem Kontext erhält die mögliche Realisierung des Dominga-Projekts ... eine noch kritischere Dimension. Die Installation von Hafeninfrastruktur, die Zunahme des Schiffsverkehrs, die Störung der Nahrungswege und die daraus resultierende Unruhe in den Brutkolonien könnte die Situation des Humboldt-Pinguins weiter verschlechtern.“
Der Tourismusmanager Gabriel Aguilera Orellana (2) betonte die Bedeutung des Schutzes wertvoller Ökosysteme. In der Pressemitteilung brachte er Notwendigkeit und Dringlichkeit des Schutzes auf den Punkt: „Das Meer ist keine unerschöpfliche Speisekammer, sondern ein lebendiges System, das Respekt und Gleichgewicht erfordert. Die Existenz des Pinguins an unseren Küsten ist ein Zeichen für ein gesundes Meer und das bedeutet auch Leben für die Gemeinden. Wenn der Pinguin Nahrung findet, bedeutet dies, dass es auch Ressourcen für die handwerkliche Fischerei und Familien gibt, die von dieser Arbeit leben".
Die Greenpeace-Expertin Silvana Espinosa teilt diese Meinung und erinnerte an die wichtige Funktion, die der Humboldt-Pinguin bei der Erhaltung mariner Ökosysteme spiele. Ihr Resümee: „Aus all diesen Gründen ist unsere Botschaft: „Dominga“ kann nicht in einem Lebensraum, der Dreh- und Angelpunkt so vieler Arten und menschlicher Gemeinschaften ist, gebaut werden. … Wenn wir Maßnahmen zum Schutz des Humboldt-Pinguins entwickeln, schützen wir auch das Ökosystem, von dem menschliche Gemeinschaften und deren wirtschaftliche Aktivitäten abhängig sind.“ (3)
Die Fundación Sphenisco Chile nutzte den Tag im Rahmen einer Informationskampagne während der Hochsaison des Tourismus. Mit ganz verschiedenen Medien wie großen Schildern in den Küstendörfern, Flyern und bei Facebook informierte die Fundación Touristen und im Tourismus-Tätige über die ökologische Bedeutung des Humboldt-Pinguins und seine Schutzbedürftigkeit. Dabei wurden die Mitbürger persönlich angesprochen: „Halten Sie einen Mindestabstand von 50 Metern ein und achten Sie darauf, dass Touristenboote ebenfalls den erforderlichen Abstand einhalten. … Wenn Sie einen gestrandeten und/oder verletzten Pinguin sehen, rufen Sie sofort Sernapesca (die Fischereibehörde) an. … Unterstützen Sie mit ihrem Votum die Initiative, den Humboldt-Pinguin zum „Naturdenkmal“ zu erklären. … Der Humboldt-Pinguin wurde 2024 von mehr als 40 zivilgesellschaftlichen Organisationen in Chile und Peru zum Symbolvogel des Humboldtstroms erklärt. Unterstützen und teilen Sie diese und andere Aktionen. … Den Humboldt-Pinguin zu schützen bedeutet, den Ozean zu schützen. Dessen Zukunft hängt davon ab, wie wir uns heute verhalten.“ (4)
Teil dieser Info-Kampagne ist auch die Fotoausstellung „Erkunde den Humboldt Archipel: Quelle des Lebens für die Menschheit“ (5) im El Faro von La Serena. Der Leuchtturm „El Faro“ an der Avenida del Mar ist das Wahrzeichen von La Serena und beherbergt ein Touristenzentrum. Vier Wochen lang wird dort anhand von Fotos und Infografiken gezeigt, warum der Humboldt Archipel einer der wichtigsten Hotspots und Hope Spots der Biodiversität in Chile und weltweit ist. Aktuell besuchen täglich 900 bis 1000 Menschen die Fotoausstellung. Die Präsentation wird ergänzt durch vier Vorträge:
Mittwoch, 28. Januar
Nancy Duman, Präsidentin von Sphenisco Chile
Der vom Aussterben bedrohte Humboldt-Pinguin: Herausforderungen seines Schutzes
Samstag, 31. Januar
Marcelo Villalobos, Präsident der Corporación de Turismo Sostenible de La Higuera (6) Naturschutz-Tourismus im Humboldt-Archipel
Montag, 2. Februar
Tomás Pino, Präsident der Conservación Humboldt (7)
Rehabilitation der hydrobiologischen Fauna
Mittwoch, 11. Februar
Valeria Canto, Lehrerin und Fachfrau von Sphenisco Chile
Wale im Humboldt Archipel: Kennenlernen, um sie zu schützen
W.K.
Anmerkungen Zur besseren Lesbarkeit wird in diesem Artikel das generische Maskulinum verwendet. Die im Beitrag verwendeten Personenbezeichnungen beziehen sich – sofern nicht anders kenntlich gemacht – auf alle Geschlechter.
(1) Silvana Espinosa, Expertin für Klima und Ökosysteme von Greenpeace.
(2) Gabriel Aguilera Orellana, Tourismusmanager der Region und Sekretär der Corporation für nachhaltigen Tourismus von La Higuera.
(3) El Comunal La Higuera, Januar 19, 2026. https://www.elcomunal.cl/comunales/2026/01/19/greenpeace-el-habitat-del-pinguino-de-humboldt-ya-esta-al-limite-no-se-puede-seguir-presionando/
(4) Persönliche Mitteilungen Nancy Duman und Facebook Sphenisco Chile. https://www.facebook.com/people/SpheniscoChile-Ong/100076356127078/
(5) Gefördert wird das Projekt „Fotoausstellung“ vom Zoo Krefeld
(6) Vereinigung für nachhaltigen Tourismus in La Higuera
(7) Die NGO widmet sich der Erhaltung von Meerestierenn und betreiben die Rettungsstation für Meerestiere in Coquimbo.





