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Die (Spreewelten-) Pinguine von Lübbenau – Impressionen zweier Mitglieder

Magdeburg 12. Oktober 2020.

Spreewald statt Peru!? Eine bizarre Vorstellung, die noch im März für pures Entsetzen, ungläubige Blicke und Tränen gesorgt hatte, entpuppte sich als eine unserer schönsten und berührendsten Reisen überhaupt.

Es war der 13. März 2020, der Tag an dem fest stand, dass aus unserem Traumurlaub in der südamerikanischen Heimat der Humboldtpinguine vorerst nichts werden würde. Die Grenzen waren und sind weitestgehend geschlossen, an Reisen nicht zu denken, Gesundheit war und ist oberste Priorität.

In diesen Wochen hörten wir erstmalig von einem Erlebnisbad in Lübbenau im Spreewald, wo man angeblich mit Humboldtpinguinen schwimmen könne: Die Spreewelten.

Schon seit Kindertagen begeistern uns die faszinierenden schwarz-weißen „Unterwasserflieger“. Nachdem wir insbesondere durch das Buch „Unverfrorene Freunde“ von Clemens Pütz und zahlreiche Besuche im Zoo Halle (Saale) immer wieder mit dem Engagement Spheniscos in Berührung gekommen waren, entschieden wir uns Ende 2019 schließlich dem Verein beizutreten. Eine im wahrsten Sinne des Wortes „bewegende“ Entscheidung, denn wir suchen aktiver denn je nach Möglichkeiten mit den Tieren in Berührung zu kommen. Sphenisco ist für uns dabei eine Art gemeinsame Basis und bietet Ideen, Wissen, Erfahrungen und Rat, um einen kleinen Beitrag für den Schutz der Pinguine in ihrer Heimat leisten zu können. Unsere Begeisterung treibt uns dabei an und die kann ja bekanntlich ansteckend sein. 

Nun also, da wir außerdem noch erfahren hatte, dass auch die Spreewelten Sphenisco-Mitglied sind, wollten wir selbst sehen und erleben, wie denn „Schwimmen mit Pinguinen“ aussehen sollte, ob das denn überhaupt eine gute Idee sein könne.

Im September war es nun soweit: Für 6 Tage und 5 Nächte hatten wir uns im Spreewelten-Hotel inklusive Zugang zum Bad einquartiert. Stunde um Stunde verbrachten wir damit die lustige Truppe aus 24 Humboldtpinguinen zu beobachten, mit den liebevollen und tatkräftigen Tierpflegerinnen ins Gespräch zu kommen und natürlich auch, im angenehm temperierten Wasser unsere Kreise zu drehen, (fast) Bauch an Bauch mit den Pinguinen. Es sei an dieser Stelle verraten: Die Herausforderung mancher Zweibeiner*innen auf ein Wettschwimmen wird von den neugierigen Pinguinen recht gerne angenommen. Der Sieg ist ihnen dabei absolut immer gewiss! Kein Mensch ist so flink, wendig und elegant, wie die schwarz-weißen „Unterwasserflieger“. Sie haben ja auch eine ganze Menge Platz, um durch ihr riesiges und schönes Salzwasserbecken zu tauchen. Jeder in seinem Tempo, von gemütlich, cool-desinteressiert über neugierig die Menschen auf der anderen Seite der Glasscheibe beobachtend bis blitzschnell mit galanten Sprüngen aus dem Wasser fliegend. Es ist einfach hinreißend und wunderschön den cleveren Tieren bei ihrem alltäglichen Treiben zusehen zu dürfen.

Dabei ist durchaus die Frage berechtigt, wer denn eigentlich wen beobachtet? Spätestens am zweiten Morgen gegen 9 Uhr wurden wir bereits von einer kleinen Truppe am Außengehege erwartet und mit lautem Pinguingetröte empfangen. Manche von ihnen erweckten den Eindruck, als würden sie sich für Fotos gerne in Pose werfen. So manch ein Pinguin scheint auch ein aufmerksamer Zuhörer zu sein, andere sind interessierte Beobachter von all dem, was Mensch so alles mit seinen Fingern machen kann. Sie verfolgen an Land und im Wasser – die entsprechende Lust und Laune vorausgesetzt - neugierig bis konzentriert die Bewegungen von Füßen und Händen, auch Schattenspiele mit den Fingern sind dabei äußerst beliebt - bei Mensch und Tier. Apropos Finger: So putzig ein jeder Pinguin aussehen mag, die Schnäbel sind kräftig und wehrhaft. Jeder hat seine eigenen Bedingungen für Streicheleinheiten. Wir Menschen wollen ja auch nicht mal eben ungefragt von einem Anderen berührt werden!

So ist es nur folgerichtig und wichtig für das Wohl der Tiere, dass sie sich zurückziehen und verstecken können.  Und auch dafür bietet das Pinguingelände eine ganze Menge Platz und verborgene Ecken hinter Steinen und Büschen, die für uns menschliche Gäste weder zugänglich, noch einsehbar sind. Es kann durchaus vorkommen, dass (fast) kein Frackträger sichtbar ist, weil eben jede*r Mal müde wird oder einfach keine Lust auf „Andere“ (Nicht-) Artgenossen und ungebetene Beobachter*innen hat.

Spätestens zum Essen ist dann wieder eine Menge los. Während zu den offiziellen Fütterungen, die zweimal täglich stattfinden, die Besucher*innen von den Tierpflegerinnen wissenswerte Informationen über den Humboldtpinguin erhalten, bekommen die schwarz-weiß-gefiederten Stars einen für sie leckeren und abwechslungsreichen Fischmix aus Hering, Stint und Sprotte. Wer bekommt da nicht sogleich Appetit!?

Der Besuch in den Spreewelten war für uns ein zauberhafter Urlaub! Die Pinguine stehen im Mittelpunkt. Sie sind die Highlights und die Stars! Dadurch ermöglichen sie uns und allen Besucher*innen, sich von den Tieren faszinieren zu lassen. Die lustige Truppe macht es uns, ohne ein Flugzeug besteigen und eine teure Reise buchen zu müssen, wirklich leicht und zieht viele Menschen in ihren Bann. Das ist eine große Chance, denn Faszination für die Tiere bewirkt auch Interesse und Neugierde auf deren natürlichen und wunderschönen Lebensraum und damit auch auf dessen Bedrohung. Wer sich begeistern lässt, wird auch sensibel dafür, dass es möglich ist und was nötig ist, um ihr (Über-) Leben zu schützen. Jede*r kann eine für Mensch und Tier lebenswerte Welt ein kleines bisschen mitgestalten. Eine erste Anregung finden Besucher*innen auf den großen Infotafeln am Außengehege. Die 24 Spreewelten-Pinguine und ganz besonders ihre Tierpflegerinnen sind damit auch Botschafterinnen und Botschafter für alle Pinguine, die in Freiheit leben! Dankeschön und weiter so!!! Viva los pinguinos!

Kathrin Ballenthin

5 am Stück Guten Morgen
   
© SPHENISCO

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