Kampagnen gegen die Umweltzerstörung

Vor der Entscheidung – eine Woche drei Proteste

La Serena, Landau 10. Dezember 2016.

Dominga 1Die Prüfung des Projektes „Dominga“ mit der Hafenanlage Totoralillo Norte befindet sich in der Endphase. Aktuell erarbeiten die zuständigen Behörden ihre abschließenden Stellungnahmen (observaciones) oder haben diese bereits vorgelegt. Um das Mega-Projekt „Dominga“ durchzusetzen, bot die Firma Andes Iron Bürgern und Bürgervereinigungen in der Kommune La Higuera einen Pakt an: Finanzierung von Projekten gegen Befürwortung des Projektes „Dominga“. Obwohl es lange Zeit so aussah, haben sich wichtige Fischer-Gewerkschaften nicht an den „Runden Tisch“ mit Andes Iron gesetzt, im Gegenteil. Am Montag, den 5. Dezember haben sie an und auf der Route V (Autobahn La Serena - Copiapo) bei Caleta Hornos gegen „Dominga“ demonstriert (s. Fotos). 200 von 600 registrierten Fischern haben mit Plakaten, brennenden Autoreifen und einer Blockade der Autobahn auf die Gefahren für die Fischerei und ihre Gebiete zum Abbau von Meeresfrüchten aufmerksam gemacht. Die Demonstranten kamen aus allen Gemeinden, vor allem aber aus den Gemeinden Chungungo und Totoralillo Norte, wo die Hafenanlagen gebaut werden sollen. Über die Aktion wurde in vielen Medien berichtet.

Proteste erzwingen erweiterte Evaluation

Landau 10. November 2016.

Proteste 1Die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projektes Dominga mit der Hafenanlage Totoralillo Norte befindet sich in der entscheidenden Phase. Die Firma Andes Iron hat am 17.Oktober ihre 3. Adenda (Nachtrag) vorgelegt. Damit waren die zuständigen Behörden aufgefordert, innerhalb von 10 Tagen ihre abschließenden Stellungnahmen (Observationen) vorzulegen. Es wurde erwartet, dass die Regional-Regierung in Coquimbo dann zügig - noch vor Ende des Jahres -  über das Projekt Dominga und den Hafen entscheiden würde.

Übergabe der Pinguin-Petitionen an die Regierung Bachelet

Rettet den Regenwald sammelt über 219.000 Unterschriften zum Schutz der Humboldt-Pinguine. Sphenisco übergibt sie in Santiago an Umwelt-Minister Pablo Badenier.

Santiago de Chile  / Landau 7. Juni 2016.

Übergabe1Am 2. Juni überreichte eine von Sphenisco organisierte Delegation 219.143 Unterschriften aus 190 Ländern an Umwelt-Minister Pablo Badenier. Die Abordnung bestand aus der Senatorin der Region Coquimbo Adriana Muñoz (1), Josue Ramos, Vertreter der Küstenfischer von Los Choros (2), Isabella Monso von der Bürgerbewegung MODEMA, Raimundo Gómez von Chao Pecao, der Vertreterin von Sphenisco in Chile Nancy Duman sowie der Volontärin von Sphenisco Laura Schuler. Ziel der Delegation war es mit Hilfe der von „Rettet den Regenwald“ gesammelten Unterschriften und der von mehr als 500 Organisationen und Persönlichkeiten in aller Welt gezeichneten „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung" die chilenische Regierung auf die Gefahren hinzuweisen, die vom geplanten Bau zweier Industriehäfen für das Überleben von 13.000 Brutpaaren der bedrohten Pinguinart sowie die Umwelt insgesamt ausgehen. Der Minister zeigte sich überrascht von der Teilnahme der Senatorin und den Hinweisen auf Irregularitäten bei der Umwelt-Verträglichkeitsprüfung der Minen- und Hafen-Projekte.

Pinguin-Petitionen im chilenischen National-Kongress

Rettet den Regenwald sammelt 216.000 Unterschriften zum Schutz der Humboldt-Pinguine. Sphenisco übergibt sie in Valparaiso an Senatoren.

Valparaiso / Landau 12. Mai 2016.

Mit 216.505 Unterschriften aus 190 Ländern besuchte Nancy Duman von Sphenisco die Senatoren Adriana Muñoz (Region Coquimbo) (1) und  Antonio Horvath (Region Aysén) (2) im chilenischen National-Kongress in Valparaiso. Sie  informierte die beiden Senatoren über die besondere Bedeutung der Meeresregion in Nordchile und benannte die Gefahren, die vom geplanten Bau der zwei Industriehäfen für das Überleben von 13.000 Brutpaaren der bedrohten Pinguinart sowie der Natur insgesamt ausgehen. Sie schilderte noch einmal die Irregularitäten im Prozess der Umwelt-Verträglichkeitsprüfung. 

Señora Muñoz und Señor Horvath begrüßten die Kampagne von „Rettet den Regenwald“ und die von mehr als 500 Organisationen gezeichnete „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung". Spontan erklärten sie sich bereit, auch  persönlich die Erklärung zu unterschreiben und die über 216.000 Petitionen an die Umwelt-Kommission des Senats weiterzuleiten. Wie zuvor schon Minister Marcelo Diaz sowie die Abgeordneten Raúl Saldivar und Daniel Melo wollen auch die beiden Senatoren sich dafür einsetzten, dass die Unterschriften aus aller Welt auch direkt an Präsidentin Bachelet übergeben werden. An der Übergabe wollen die beiden Senatoren auch persönlich teilnehmen. Darüber hinaus bot Senator Horvath an, die Kläger gegen den Hafen Cruz Grande juristisch zu unterstützen und die Pläne zur Entwicklung der Gemeinde La Higuera durch Anwälte ebenfalls auf Irregularitäten überprüfen zu lassen. Senatorin Adriana Muñoz ist bereit, an Arbeitsgruppen und Kommissionen teilzunehmen, die sich mit den Problemen in der Gemeinde La Higuera befassen.

Nach den Gesprächen war Nancy Duman sehr, sehr müde, aber auch sehr zufrieden. Der Kampf gegen Umweltzerstörung und Korruption wird zunehmend nicht nur in der Region Coquimbo, sondern auch national zur Kenntnis genommen. Immer mehr Politiker unterstützen die Kampagne und helfen, Widerstände zu überwinden. Wenn alles klappt, wird Nancy Duman bald nach Valparaiso zurückkehren, um im Kulturzentrum des National Kongresses über die Probleme in Nordchile zu berichten.

W.K.

Anm.

(1) direkt gewählte Senatorin der Wahlregion Coquimbo.

(2) bekannter, inzwischen parteiloser Politiker, der sich seit vielen Jahren für den Schutz der Umwelt in Chile einsetzt.

 

26.000 Pinguine retten – eine Zwischenbilanz

Landau 20. März 2016.

Die Umweltverträglichkeits-Prüfung des Industrie-Hafens in Totoralillo Norte ist in der entscheidenden Phase. Ende Januar formulierten 13 Behörden erneut zum Teil schwerwiegende Bedenken gegen das Projekt der Firma Andes Iron, nur 2 Behörden, der Servicio Nacional de Geología y Minería (Sernageomin) Región de Coquimbo und die Ilustre Municipalidad de La Higuera, erklärten sich mit den Bauplänen einverstanden.                                         

Zeitgleich veröffentlichte Sphenisco die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ und initiierte gemeinsam mit „Rettet den Regenwald e.V“ die Petition „26.000 Pinguine retten“. Inzwischen haben rund 550 Institutionen und Organisationen – ganz kleine und ganz große - ihren Namen unter die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ gesetzt und 181.000 Menschen in aller Welt haben den Brief an Präsidentin Bachelet bei „Rettet den Regenwald“ unterschrieben. Diese Aufmerksamkeit - national und international – stärkt kritische Bürger, Wissenschaftler und Fachleute in Chile und verleiht der Forderung nach einer sachgerechten Prüfung der Hafenprojekte großen Nachdruck.

Seit Anfang März - dem Ende der Parlamentsferien in Chile - sucht Nancy Duman (Mitarbeiterin von Sphenisco) das Gespräch mit Nany MeloAbgeordneten und Senatoren. Ziel der Gespräche ist es, über die Unregelmäßigkeiten bei der Evaluation der Hafenprojekte zu informieren und Untersuchungen dieser Vorgänge einzufordern. Am 14. März traf sie den Abgeordneten Daniel Melo C., Mitglied des Umweltausschusses im chilenischen Parlament (Foto rechts). Der Abgeordnete will seine Kollegen informieren und Gespräche mit Bürgern und Verantwortlichen in der Region führen, um sich selbst ein Bild zu machen. Señor Melo regte an, dass Sphenisco in der Umwelt-Kommission des Parlamentes über die Unregel-mässigkeiten in der Region Coquimbo berichtet. Außerdem schlug er vor, die Einrichtung der Meeresschutzzone „La Higuera-Isla Chañaral“ auch bei Präsidentin Bachelet zu beantragen, damit die Zukunft dieses besonderen Ökosystems auch auf der nationalen Ebene behandelt werden kann.

Am 18. März wurde die Klage gegen den bereits genehmigten Hafen Cruz Grande (Firma CMP-Compania Minera del Pacífico S.A.) beim Umweltgericht eingereicht. Deshalb  sollen im April die bereits gesammelten Unterschriften (Zwischenstand) an die Präsidentin Bachelet übergeben werden. An der Übergabe werden sich Bewohner aus La Higuera und chilenische Künstler beteiligen. In Deutschland plant Rettet den Regenwald eine Übergabe an den chilenischen Botschafter in Berlin.

Am 8. März veröffentlichte die SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) den sogenannten ICSARA (Zusammenfassung der vorgebrachten Einwände) und überraschte dabei in Stil und Inhalt. Die Einwände sind übersichtlich geordnet und somit wie früher wieder gut lesbar. Wichtiger noch, die Einwände der kritischen Behörden sind vollständig. Die SEA erspart es Andes Iron nicht – wie befürchtet wurde – zu kritischen Punkten wie dem Schiffsverkehr oder den Auswirkungen auf die Schutzgebiete Stellung zu nehmen. Die Gründe für diesen Wandel sind nicht bekannt. Sollten die Klage gegen die Genehmigung des Hafens Cruz Grande, der Widerstand chilenischer Behörden gegen die Projekte und die Forderungen nach einer sachgerechten Prüfung (181.000 Unterschriften!) etwa Eindruck gemacht haben?

W.K.

Versagen staatlicher Behörden bedroht Humboldt-Pinguine

- Sphenisco beim Präsidenten der Regional-Regierung -

La Serena 2. Februar 2016.

Nancy Duman, Gabriele und Werner Knauf, Claudio IbáñezSeit Ende Januar liegen die neuen Stellungnahmen der zuständigen Behörden zum geplanten Projekt Dominga (Firma Andes Iron) bei der SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) vor. Der politische Druck, das Projekt zu genehmigen, ist enorm hoch. So wurden hinter den Kulissen kritische Behörden massiv unter Druck gesetzt, teilweise sogar Zuständigkeiten extra geändert. Es wird befürchtet, dass Verantwortliche, die sich nicht anpassen, ihre Stellung verlieren. Trotzdem haben z.B. die CONAF (Behörde für die Schutzgebiete) und das regionale Umweltministerium erneut die drohenden Gefahren durch den Schiffsverkehr und durch Emissionen klar benannt. Sie haben auch noch einmal darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht, nur die Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung der Hafenanlage zu bewerten, sondern dass auch die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt und die benachbarten Schutzgebiete einbezogen werden müssen (s.a. La Higuera-Isla Chañaral Erklärung).

Für eine sachgerechte Prüfung der Umweltverträglichkeit

La Serena 25. Januar 2016.

TümmlerChilenische Wissenschaftler und Fachleute staatlicher Institutionen haben Sphenisco um kurzfristige Hilfe gebeten, weil sie befürchten, dass durch den Bau von 3 Häfen die Meeresregion La Higuera–Insel Chañaral in Nordchile - einem der 35 wichtigsten Hotspots der Biodiversität auf der Welt – irreversibel zerstört wird. Die Realisierung der Projekte würde auch das Aus für den Humboldt-Pinguin bedeuten. Ein Hafen in dem Ökosystem von Weltrang wurde bereits genehmigt, weil die Umweltverträglichkeit nur zum Schein geprüft wurde (s. a. Internet-Seite Sphenisco, Brief an Präsidentin Bachelet, 12. Feb. 2015). Gegen diese Entscheidung ist ein Gerichtsverfahren anhängig. Aktuell tritt die Umweltverträglichkeits-Prüfung für den 2. Hafen in die entscheidende Phase. Mit der „La Higuera-Insel Chañaral Erklärung“ (siehe unten) wendet sich Sphenisco an die chilenische und internationale Öffentlichkeit, da zu befürchten ist, dass auch Unterwasserdieses Prüfverfahren nicht sachgerecht durchgeführt wird.

 Sphenisco bittet Natur- und Artenschutzschutz-Organisationen sowie Naturfreunde in aller Welt, diese Erklärung zu unterstützen und ihre Kontakte zu Medienzu nutzen, um mit Hilfe der Erklärung und Informationen der Internetseite (http://www.sphenisco.org) auf den drohenden Verlust dieses bedeutenden Ökosystems aufmerksam zu machen. Der Vorstand bittet auch alle Mitglieder und Mitglieds-Organisationen Verbindungen zu Medien zu nutzen oder sie Sphenicscos Präsidentin Gabriele Knauf mitzuteilen.

In den kommenden Wochen wird Sphenisco Abgeordnete, Senatoren und Vertreter von Lobo MarinoMedien in Chile auch persönlich informieren, um parlamentarische Anfragen und Untersuchungen bzgl. der Umweltvertäglichkeits-Prüfungen in der Region Coquimbo anzuregen.

W.K.

 

 

Natur- und Artenschutz in der Defensive


Landau 21. November 2015.

Anfang des Jahres wurde das Hafenprojekt Cruz Grande durch die Regional-Regierung Coquimbo genehmigt. Sphenisco hat in Schreiben an Präsidentin Bachelet und chilenische Behörden auf die Gefahren für die Biodiversität in der Meeres- und Küstenregion von La Higuera und die Unregelmässigkeiten im Prozess der Umweltverträglichkeits-Prüfung
hingewiesen (siehe Offenen Briefe auf dieser Seite, Januar u. Februar 2015). Gemeinsam mit anderen Natur- und Artenschutz-Organisationen hat sich Sphenisco in den letzten Jahren für die Schaffung einer Meeresschutzzone eingesetzt, um die Biodiverstät dieser Region nachhaltig zu schützen. Es wurde u.a. auch an die Behörden appelliert, sich um den Status als Weltnaturerbe für diese Zone zu bemühen. Das nationale Umweltministerium ignoriert in seiner Antwort auf die Appelle die besondere Bedeutung des Ökosystems vollständig und teilt lapidar mit, die Meeresschutzzone könne nicht genehmigt werden, da nicht alle Fischer damit einverstanden seien, außerdem gäbe es in der Region bereits eine wirtschaftliche Nutzung und industriellen Fischfang.

   
© SPHENISCO

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