Rettet den Humboldt-Pinguin, Stoppt die Kraftwerke

 

Landau, 17. Juni 2008. Seit September 2007 formiert sich in der Region Coquimbo, Nordchile Widerstand gegen 3 geplante Kohlekraftwerke in der Nähe des Nationalen Schutzgebiets des Humboldt-Pinguins. Inzwischen haben auch viele Naturschützer und Wissenschaftler in aller Welt gegen die dort drohende soziale und ökologische Katastrophe protestiert. Durch den geplanten Bau von Wärmekraftwerken mit veralteter Technologie in der Kommune La Higuera, Region Coquimbo, ist 80% der Freiland-Population des Humboldt-Pinguins akut bedroht.

 

Viele Natur- und Artenschützer in Europa – Zoologische Gärten, der Weltverband und der europäische der Zoos und Aquarien (WAZA und EAZA), der WWF – Deutschland, die Zoologische Gesellschaft in Frankfurt, der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) und zahlreich Einzelpersonen haben in den letzten Monaten den Protest der lokalen Bürgerinitiative „Movimiento en Defensa del Medio Ambiente – MODEMA" unterstützt.

 

 

Der Bürgerinitiative MODEMA ist es gelungen, die Öffentlichkeit der Region sowie regionale und nationale Politiker gut über die Pläne der Kraftwerke zu informieren und viele betroffene Bewohner zu mobilisieren. Vorläufiger Höhepunkt ihrer Arbeit war ein Protestmarsch Ende April durch La Serena. Der Protest zeigt Wirkung, die beiden zur Zeit laufenden Genehmigungsverfahren sind ins Stocken geraten. Im Genehmigungsverfahren für das Kraftwerk der Firma Codelco lehnen alle zuständigen regionalen Behörden den Bau des Kraftwerks am geplanten Standort ab, mit Ausnahme der staatlichen Institutionen, die sich mit Energie beschäftigen. Aktuell hat die Firma Codelco die Genehmigung für ein Kraftwerk in einer anderen Region Chiles beantragt, allerdings öffentlich erklärt, die Pläne am Standort Totoraillo beizubehalten. Es bleibt daher abzuwarten, ob es sich dabei um eine Art Rückzugsgefecht handelt oder ob Codelco tatsächlich beide beantragte Projekte realisieren will. Gegen den Bau des Kraftwerks der Firma SUEZ wurde ca. 260 kritische Einwände erhoben, die jetzt von der Firma auszuräumen sind. Vor ein paar Tagen hat auch die Firma CMP den Antrag für ihr Kraftwerk am Standort Chungungo gestellt.

 

Im Moment aber sind wir angesichts dieser Entwicklung und dem immer noch wachsenden Protest gegen die Kraftwerke verhalten optimistisch, gemeinsam mit den chilenischen Naturschützern den Bau der Kraftwerke doch noch verhindert zu können.

 

W.K.

 

 

   
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