Schutzmaßnahmen

Bruterfolg auf den Ballestas-Inseln?

 

Landau 28. Mai 2021.

Seit vielen Jahres stuft die IUCN (International Union for Conservation of Nature) den Humboldt-Pinguin als vulnerabel, also gefährdet ein. Dennoch sind erstaunlich viele Fragen ungeklärt, die wesentlich sind für das Überleben dieser Pinguinart (s.a. Artikel Forschung fürs Überleben) sind. 2019 hat die Conservation Planning Specialist Group (CPSG) der IUCN deutlich auf diesen Mangel hingewiesen und an Forscher appelliert, die essenziellen Fragen dringen zu klären.

Brutkolonie auf den Ballestas Inseln
Humboldt-Pinguine leben an der chilenischen und peruanischen Küste. Die zweitgrößte Brutkolonie in Peru sind die Ballestas Inseln in der Region Pisco-Paracas. Die Inseln sind Teil des Reserva Nacional Sistema de Islas, Islotes y Puntas Guaneras (1). Vor der COVID-19-Pandemie besuchten jährlich rund eine halbe Million Besucher das Gebiet. Damit sind die Vogelinseln nach Machu Picchu die zweitwichtigste Touristenattraktion Perus. Es ist völlig ungeklärt, ob und ggf. welche Auswirkungen der Massentourismus auf den Zustand der Pinguin-Kolonien hat. Deshalb beginnt ACOREMA im Juli 2021 im Auftrag von SPHENISCO eine zunächst einjährige Untersuchung zum Bruterfolg und möglichen durch Menschen verursachte Störungen. Gefördert wird das Projekt vom Zoo Frankfurt und dem Vogelpark Marlow.

Census und Monitoring
Humboldt-Pinguine sind sehr scheu und die Ballestas Inseln schwer zugänglich. Deshalb werden die Untersuchungen auf nicht-invasive Weise mit Hilfe einer Drohne durchgeführt. Die Datenerhebungen finden 2 Mal im Monat statt. Die wichtigste Brutkolonie befindet sich in „Ballestas Centro“. Sie soll von der 300 Meter entfernten Nordinsel untersucht werden. Die Drohne fliegt in mindestens 10 Metern Höhe, um das Verhalten der Tiere nicht zu verändern. Mit hochauflösenden Bildern oder Videos werden die Merkmale der Kolonie, die Nistplätze, die Brutzeit, die Entwicklung der Küken, die Anzahl der Jungtiere bzw. der flüggen Jungvögel aufgezeichnet. Kriterium für den Bruterfolg ist das Aufwachsen unabhängiger Jungvögel (Flüggewerden).

Bei der Auswertung werden die erfolgreichen mit den gescheiterten Bruten verglichen. So wird geprüft, ob die Wahl der Neststandorte und die Art der Nester den Bruterfolg beeinflussen. Außerdem sollen weitere Faktoren identifiziert werden, die u.U. den Verlust von Gelegen und Bruten beeinflussen. Da die Untersuchungen während der Brut und während der Mauser durchgeführt werden, können ggf. signifikante Veränderungen der Population in diese Perioden beschrieben werden. Mit Hilfe von Daten über den Druck touristischer Aktivitäten können auch mögliche Auswirkungen analysiert werden.

Über die geplante Forschung informiert auch der kurze Film „Bruterfolg auf den Ballestas Inseln?“ (2,5 Min.), den Gabriele & Werner Knauf produziert haben. (siehe Vimeo)

Umweltbildung und Öffentlichkeitsarbeit
ACOREMA wird die Forschungsarbeiten nutzen, um über das Projekt, die Wichtigkeit des Schutzes der Pinguinkolonie, ihren Beitrag zur lokalen Wirtschaft und die Einhaltung bestimmter Regeln beim Besuch ihres Lebensraums zu informieren. Dazu ist geplant, Workshops mit Mitarbeitern von Behörden, Rangern des Nationalen Reservatssystems, Vertretern von Tourismusunternehmen und Universitäten durchzuführen und 3 Infografiken zu erarbeiten. Die Grafiken werden in Abständen auf der Internetseite von ACOREMA sowie in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Tourismusunternehmen und andere lokale Akteure unterstützen die Verbreitung. Eine der Infografiken wird an den wichtigsten Plätzen in der Region Pisco plakatiert.

Die Pinguin-Kolonie auf den Ballestas-Inseln ist am stärksten von menschlichen Aktivitäten betroffen. Die Forschung wird die Informationen über die Kolonien verbessern. Damit wird eine Basis geschaffen und neue Impulse für Schutzmaßnahmen zu Gunsten dieser Pinguinart und ihrer Lebensräume gesetzt.

 

W.K.

 

(1) Reserva Nacional Sistema de Islas, Islotes y Puntas Guaneras – RNSIIPG, Nationales Reservatssystems der Inseln, Inselchen und Puntas Guaneras

Bruterfolg auf den Ballestas? Bruterfolg auf den Ballestas? Bruterfolg auf den Ballestas?

Die Mauer von Punta San Juan

- Mao, Meer und Marktwirtschaft -

San Juan de Marcona, 7. Februar 2012.

„Companeros, Companeros, ... huelga, huelga (Streik, Streik)“ mehr verstehen wir nicht. Aus einem PKW mit Lautsprechern und Nationalflagge informieren die Bergarbeiter von San Juan de Marcona über den Beginn des Streiks in der Mine. 3.000 der 20.000 Einwohner arbeiten dort. Seit 20 Jahren baut die chinesische Firma Shougang hier Eisenerz ab. In dieser Zeit hat sie die Belegschaft halbiert, die Löhne stark gesenkt und die Produktion verdoppelt. Die Arbeit in der Mine gilt als gefährlich, die Versorgung der Arbeiter als schlecht, ihre giftigen Abwässer leitet die Firma ungeklärt ins Meer. Ganze Stadtviertel mit Werkswohnungen stehen leer, dem Verfall preisgegeben. Mit dem Streik wollen die Bergleute höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen gegen Maos-Nachfolger durchsetzen.

Peruanische Gefahren

Fischen mit Dynamit – Haustier- und Maskottchenhaltung - Guanoabbau

Plakat zur Kampagne - Acorema

Der Text lautet:
Ich bin ein echter Fischer!
Ich benutze kein Dynamit und schütze die Umwelt.

   
© SPHENISCO

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