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Presidenta la Republica

Señora Michelle Bachelet J.

Palacio de Moneda s/n

Santiago de Chile

Chile         

 

Soziale und ökologische Bedrohungen in den Gemeinden La Higuera und Freirina

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin, 

Die Ökosysteme im Meer und an den Küsten der Gemeinden La Higuera und Freirina in Nordchile  sind besonders artenreich und von globaler Bedeutung. Deshalb hat die NGO Oceana 2010 beantragt, die dort bereits existierenden Schutzzonen zu erweitern, um die Artenvielfalt dieses Sektors dauerhaft zu bewahren (1). Trotz ihrer herausragenden Bedeutung wird diese Region immer wieder durch Pläne von Unternehmen bedroht. Erst sollte ein Hotel auf der Insel Gaviota in unmittelbarer Nähe des „Nationalen Schutzgebietes des Humboldt-Pinguins“ gebaut, dann 3 Kohlekraftwerke an der Küste errichtet werden. Aktuell plant die Firma Compañia Minera del Pacifico (CMP) einen Hafen bei Chungungo und die Firma Andes Iron ein Bergwerk (Mine Dominga) mit Hafen bei Totoralillo Norte. Das Problem ist nicht, dass Unternehmen Betriebsstätten errichten wollen, sondern dass sie dies ohne Rücksicht auf die sensiblen Ökosysteme dieser Zone und die existierenden Schutzgebiete (Reserva Nacional Pingüino de Humboldt, Reserva Marina Islas Choros y Damas und Reserva Marina Isla Chañaral) tun wollen.

Bereits von 2007 bis 2010 haben Bürger, Wissenschaftler und Naturschützer in aller Welt gegen den Bau der Kohlekraftwerke protestiert und auf die damit verbundenen gravierenden ökologischen und sozialen Gefahren hingewiesen (2). Auch viele Behörden formulierten schon damals schwerwiegende Bedenken.

Im Prozess der Umweltverträglichkeits-Prüfung für die aktuellen Projekte weisen jetzt wieder Bürger und viele  Behörden auf große Gefahren hin. Es wird befürchtet, dass diese Projekte durch Emissionen bzw. durch den exorbitant hohen Verbrauch von Grundwasser Arbeitsplätze in der Fischerei, der Landwirtschaft und im Tourismus vernichten. Naturschützer in aller Welt teilen diese Sorgen und befürchten die Zerstörung einer Meeresregion, die hinsichtlich ihrer Produktivität und Artenvielfalt von globaler Bedeutung ist. Wie schon bereits in den Jahren 2008 und 2010 appellieren sie deshalb auch heute an die chilenische Regierung, dieses einzigartige Naturerbe zu schützen und zu bewahren. 

Die Mine und die Häfen sollen in einem besonders sensiblen und besonders wertvollen Ökosystem errichtet werden. Mit ihrem Bau und Betrieb sind gravierende und nachhaltigeEingriffe in die Umwelt verbunden. Es drohen 1. die Zerstörung der Lebensräume von besonders bedrohten Arten, 2. die Schädigung der Produktivität des Meeres durch eine  Meerwasser-Entsalzungsanlage, 3. die Verschmutzung durch permanenten Schiffsverkehr, 4. das Einschleppen exotischer invasiver Arten und 5. die Zerstörung der Wasserversorgung durch massive Entnahme von Grundwasser. In der Summe bedrohen diese Eingriffe, die Grundlagen des Lebens im Meer und an der Küste. 

Die betroffene Meeresregion beherbergt 80% der gesamten Freilandpopulation des Humboldt-Pinguins (spheniscus humboldti). Diese Pinguinart ist als „bedroht“ klassifiziert in der Liste der bedrohten Arten (IUCN-Red List) und in Anhang I nach CITES. Sie ist auch geschützt durch die Konvention zur Biodiversität (convenio de biodiversidad –CBD)unddurch chilenisches Recht. Neben der großen Bedeutung für den Fischfang wurde dieses Meeresgebiet auch deshalb als Schutzgebiet ausgewiesen, weil es der Lebensraum zahlreicher anderer, auch endemischer und bedrohter Arten (IUCN / Anhang I nach Cites) ist wie Garnot-Sturmvogel (Pelecanoides garnoti), Guanotölpel (Sula variegata), Meeresotter (Lontra felina), Buckelwal (Metaptera novaeangliae) und großer Tümmler (Tursiops truncatus).Diese Delfinart lebt hier sogar während des ganzen Jahres und ist somit die einzige residente stabile Kolonie in Chile. Auch andere Arten von Walen und Delfinen halten sich regelmässig hier auf und nutzen das Gebiet zur Rast und Nahrungssuche. 

Zu diesem Sektor gehören auch geschützte bewirtschaftete Zonen (Áreas de Manejo y Explotación de Recursos Bentónicos – AMERB) mit Arten, die nach Kategorie IV (IUCN) geschützt sind. Diese Zonen sind von großer wirtschaftlicher Bedeutung, da 60% des gesamten regionalen Vorkommens der Locos (Concholepas concholepas) hier geerntet werden.  

In diesem Meeresgebiet liegen 2 der aktuell 5 Meeresschutzzonen des Landes. Die Schutzgebiete leisten einen wichtigen Beitrag zu dem Ziel, 10 % der marinen Ökosysteme Chiles unter Schutz zu stellen, wozu sich die chilenische Regierung im Rahmen der Konvention zur Biodiversität (convenio de biodiversidad –CBD) verpflichtet hat. 

Wegen der besonderen Bedeutung dieser Meeresregion hat deshalb  2010 die NGO Oceana die Erweiterung der Schutzzonen unter Einschluss weiterer wichtiger Brutinseln beantragt.

Im September 2013 hat mit der Bekämpfung invasiver Arten auf der Insel Choros die Kernphase des „Conservation Measures Program“ (Schutzmassnahmen-Programm) in diesem Gebiet begonnen. Ziel dieses Programms der chilenischen Behörden unter Mitwirkung chilenischer und ausländischer Universitäten ist es, durch die Beseitigung von Kaninchen bzw. Ratten die Fauna und Flora auf den Inseln Choros, Chañaral, Chungungo und Pajaros grande zu erhalten.

Wenn die Häfen wie geplant gebaut würden, wären diese Planungen und Investitionen sinnlos, das Ziel “Bewahrung der Biodiversität” wäre gefährdet und internationale Vereinbarungen würden verletzt, denen Chile zugestimmt hat. 

Die Realisierung der Mine Dominga und der beiden Häfen wird der Mehrheit der Bürger schaden, den Fischern, den Tauchern nach Meeresfrüchten, den Bauern, den Tierzüchtern und all denen, die vom Tourismus leben. Es geht erneut um die Frage, ob die Region unter Nutzung oder zu Lasten ihres natürlichen Reichtums entwickelt wird. Die Schaffung einer großen Meeresschutzzone setzt auf eine ökologische Entwicklung mit nachhaltiger Fischerei, nachhaltigem Tourismus und umweltverträglichen Betrieben. Projekte wie aktuell die Mine Dominga versprechen der Bevölkerung zwar mehr Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wohlstand, in Wahrheit aber gefährden sie die Existenzgrundlagen der Menschen in der Region. Die Bürger in der Kommune La Higuera und Chañaral de Aceituno lehnen deshalb in ihrer überwiegenden Mehrheit den Bau von Betriebsstätten aller Art ab, die diese sensiblen und verletzlichen Ökosysteme bedrohen oder gar zerstören. Auch wir befürchten, dass die Lebensgrundlagen der Menschen und ein Ökosystem von globaler Bedeutung in Gefahr sind, zerstört zu werden.

Wir appellieren deshalb an Sie, sehr geehrte Frau Präsidentin, den Bau der Betriebsstätten an den geplanten Standorten zu verhindern, die  Meeresschutzzone „La Higuera und Insel Chañaral“ zu genehmigen und sie nachhaltig zu entwickeln. Um diese Region von Weltrang dauerhaft zu schützen, appellieren wir darüber hinaus an Sie, bei der UNESCO zu beantragen, dieses einzigartige Meeresgebiet als Weltnaturerbe anzuerkennen. 

Hochachtungsvoll

  

Herr Mustermann /

Institution Mustermann

 

Anm.

(1) Antrag „Área Marina Costera Protegida de Multiples Usos (AMCP-MU) La Higuera/Isla Chañaral“ von Oceana (Propuesta de Oceana para la creación del Área Marina Costera Protegida de Multiples Usos (AMCP-MU) La Higuera/Isla Chañaral)

 

(2) Gutachten der Universitäten in Coquimbo und Valparaiso 

(2.1) Gutachten der Universität Valparaiso, Centro de Investigación EUTROPIA

„Observaciones EIA Termoeléctricas – Farellones“ vom 26. Okt. 2007

(2.2) Gutachten der Universität Católica del Norte Coquimbo, Centro de Estudios Avanzados en Zonas Àridas (CEAZA) „Observaciones al Estudio Ambiental (EIA) emitido por la Empresa Termoeléctrica Farellones“ vom 28. Nov. 2007

(2.3) Gutachten der Universität Católica del Norte Coquimbo, Abteilung Meeresbiologie

„Análisis de los Potenciales Efectos Ambientales de la Operación de Proyectos Termoeléctricas en Ambientes Marinos de la Cuarta Región. Informe Final. von Nov. 2008

(2.4) Gutachten des Centro de Investigación EUTROPIA , Universität Valparaiso

„Observaciones. Informe: „Análisis de los Potenciales Efectos Ambientales de la Operación de Proyectos Termoeléctricas en Ambientes Marinos de la Cuarta Región. Informe Final. Nov. 2008. vom 26. Jan. 2009 

 

 

   
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