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Carta – deutsch

Text des Protestschreibens an die Präsidentin Bachelet und zuständige Behörden

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin Bachelet,

von den Firmen Barrick, SUEZ, Codelco und CMP wird aktuell geplant in der Region Coquimbo, direkt in der Kommune La Higuera 4 Wärmekraftwerke zu errichten. Die Anlagen und Häfen werden in einem besonders sensiblen und besonders wertvollen Ökosystem errichtet. Die mit dem Bau und Betrieb der Kraftwerke verbundenen gravierenden und nachhaltigen Eingriffe in die Umwelt (Entnahme und Erwärmung von ungeheuren Mengen an Meerwasser; Ölverschmutzung durch den permanenten Schiffs- verkehr, Emissionen von toxischen Substanzen und Kontaminationen) vernichten ein besonders produktives Meeresgebiet.

In der Folge werden auch die Meeresschutzzone Choros und Damas (Reserva Marina Islas Choros y Damas), das Nationale Schutz-gebiet für Humboldt-Pinguine (Reserva Nacionál Pingüino de Humboldt) und geschützte bewirtschaftete Zonen Áreas de Manejo y Explotación de Recursos Bentónicos (AMERB) zerstört.

Die betroffene Meeresregion beherbergt 80% der gesamten Freilandpopulation des Humboldt-Pinguins (spheniscus humboldti). Diese Pinguinart ist als „bedroht“ klassifiziert in der Liste der bedrohten Arten (IUCN-Red List) und in Anhang I nach CITES. Sie ist auch geschützt durch die Konvention zur Biodiversität (convenio de biodiversidad – CBD) und durch chilenisches Recht. Neben der großen Bedeutung für den Fischfang wurde dieses Meeresgebiet auch deshalb als Schutzgebiet ausgewiesen, weil es der Lebensraum zahlreicher anderer, auch endemischer und bedrohter Arten (IUCN) ist wie , Garnot-Sturmvogel (pelecanoides garnoti), Guanotölpel (sula variegata), Meeresotter (lutra felina), Großer Tümmler (tursiops truncatus) etc. ist.

Dieses Schutzgebiet repräsentiert etwa 40% des geschützten marinen Bereichs von Central- und Nordchile. Sein Anteil ist somit von höchster Bedeutung für das Ziel der Unterschutzstellung von 10% der marinen Ökosysteme, zu dem sich die chilenische Regierung im Rahmen der Konvention zur Biodiversität (convenio de biodiversidad – CBD) verpflichtet hat. Die Meeresschutzone von Choros und Damas ist außerdem für Chile ein Pionier-Schutzgebiet, weil hier erstmals ein Managementplan für marine Schutzgebiete (Reserva Marinas) inklusive eines Plans für nachhaltigen Tourismus entwickelt wurde. Dieser Managementplan dient als Vorbild für zukünftige Meereschutz-zonen. Die geplanten Eingriffe in unmitelbarerer Nähe der genannten Schutzzonen gefährden deshalb auch die Ziele des Schutzes der Biodiversität und würden inter-nationale Vereinbarungen verletzen, denen Chile zugestimmt hat.

Auch die Bevölkerung der Kommune La Higuera ist von den geplanten Eingriffen betroffen: Die Fischer, die Taucher nach Meeresfrüchten, Bauern (Olivenhaine),Tierzüchter sowie Menschen, die im Tourismus arbeiten. Die Kraftwerke bedrohen die produktivste Meereszone der Region Coquimbo (z.B. 60% der Gesamtproduktion von Locos [concolepas concolepas]). Zudem kontaminieren die toxischen Emissionen der Kraftwerke (Kohlendioxid, Schwefeldioxid, Stickoxiden, Flugasche und fester Asche) das Grund-und Oberflächenwasser, die Luft, den Boden, Küste und Meer (die wissenschaftlich fundierte Begründung der Folgen von Bau und Inbetriebnahme der Kraftwerke sind in den Gutachten der Universitäten von Coquimbo und Valparaiso dargelegt worden). Durch die geplanten Eingriffe verlieren die genannten Bewohner die Grundlagen ihrer Existenz. Die Belastung mit Umweltgiften wird in sehr starkem Maße die Gesundheit der Menschen in der Region beeinträchtigen.

Wir appellieren an Sie, sehr verehrte Frau Präsidentin, den Bau der Kraftwerke an den geplanten Standorten zu verhindern und auf eine ökologisch und sozial verträgliche Lösung hinzuwirken. Es ist erforderlich, hier die verfassungsmässigen und anderen Rechte der Menschen in der Kommune La Higuera zu gewährleisten und internationale sowie nationale Abkommen und Gesetze zum Schutz bedrohter Arten einzuhalten.

 

Hochachtungsvoll

 

Mustermann

 

 



 

   
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