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Besuch bei Oceana

Algarrobo, 28. Januar 2012.

„Scheiß-Hippies sammeln 20.000 Unterschriften in aller Welt“ die gezielte Veröffentlichung der Email durch Oceana und MODEMA im Kampf gegen die Kohlekraftwerke sorgt auch nach 18 Monaten noch für gute Stimmung (s.a. unter Kampagne gegen die Kohlekraftwerke „Wir haben gewonnen“). Wir sind gemeinsam mit Dr. Alejandro Simeone (Universität Andres Bello, Santiago) bei Oceana in Santiago und freuen uns mit Señior Muñoz, dem Vizepräsidenten für Südamerika über den sensationellen Schachzug und die gelungene Kampagne gegen den Bau der Kohlekraftwerke. Gabriele Knauf betont, wie geschickt es war, in den Medien alles auf die Frage der Glaubwürdigkeit des Präsidenten Piñera zu zuspitzen. Señor Muñoz erklärt den Erfolg vor allem durch die Geschlossenheit der Bewegung. Es sei gelungen viele verschiedene Kräfte und Maßnahmen zusammenzuführen, dies habe schließlich zu dem großen Erfolg geführt.


Aktuell geht es um die Realisierung einer Meeresschutzzone vor der Küste von La Higuera. Señor Muñoz sieht den Antrag von Oceana auf einem guten Weg. Viele Behörden sind daran interessiert, die Gemeinde La Higuera mit Hilfe von nachhaltigem Tourismus und nachhaltiger Fischerei zu entwickeln. Straßen zu abgelegen Orten sollen gebaut werden, um auch arme Gemeinden an der Entwicklung teilhaben zu lassen. Mitarbeiter von Oceana werden in nächster Zeit vor allem in diesen Gemeinden für die Perspektive „Meeresschutzzone“ werben. Diesen Bemühungen stehen andere wirtschaftliche Interessen entgegen. Die Bergbau-Lobbyisten versprechen die Region durch die (Wieder-)Eröffnung von Minen zu entwickeln. Sie sehen in der Meeresschutzzone ein Hindernis, da sie gerade dort zwei neue Hafenanlagen errichten wollen. Welche Gefahren von den geplanten Häfen ausgehen, lässt sich zur Zeit noch nicht beurteilen, da die Pläne noch nicht vorgelegt wurden und die Prüfung der Umweltverträglichkeit noch nicht eingeleitet wurde. Schwierigkeiten zeichnen sich auch beim Management der künftigen Schutzzone ab. In dem Gremium für die Verwaltung der Meereszone werden gegensätzliche wirtschaftliche Interessen repräsentiert sein und das Management entsprechend erschweren.

Die Idee von Sphenisco, die Durchsetzung und Ausgestaltung der Meeresschutzzone durch Öffentlichkeits- und Bildungsarbeit zu unterstützen, kommt Oceana sehr entgegen. Dabei gilt es den besonderen Wert dieser Zone so bekannt wie möglich zu machen und klar zu stellen, dass die Region La Higuera am besten durch nachhaltigen Tourismus und nachhaltige Fischerei entwickelt werden kann. Oceana bietet in dem Gespräch Materialien für eine solchen Kampagne an.

Über das Problem des Beifang von Pinguinen in Fischernetzen war Señor Muñoz nicht informiert. Oceana konzentriert sich auf das Problem der Schleppnetz-Fischerei. Alejandro Simeone und Gabriele Knauf erläutern das Problem und die Überlegungen von Sphenisco ein Forschungsprojekt zu alternativen Fangmethoden zu initiieren. Alejandro Simeone informiert ihn  auch über die wissenschaftliche Kommission, die die Regierung von Chile zur Situation der Seevögel geschaffen hat. Diese Gremium wird von Professor Guillermo Luna (Universität Coquimbo) geleitet und hat den Beifang von Pinguine ganz oben auf seine Agenda gesetzt.

Die Anregung von Sphenisco die Meeresregion vor der Küste von La Higuera von der UNESCO als Weltnaturerbe anerkennen zu lassen, findet Senior Muñoz sehr überlegenswert.

Der Erfahrungsaustausch mit Oceana war gut strukturiert, sachlich und höchst informativ. Er wird Sphenisco helfen, die richtigen Projekte auszuwählen, sie gut vorzubereiten und zu gestalten.

W.K.

 

   
© SPHENISCO