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Cancion 1Projekt „Dominga“ muss in die Verlängerung

La Serena, Landau, 2. Februar 2017.

Im Januar sollte die Prüfung des Projektes „Dominga“ mit der Hafenanlage Totoralillo Norte abgeschlossen und der Antrag der Firma Andes Iron entschieden werden. Ungewöhnlich viele Bürger nutzten die Bürgerbeteiligung und formulierten zum Teil sogar mehrere Einsprüche (414 Bürger machten 508 Eingaben). Darunter auch die Fischer-Gewerkschaft aus Chungungo, die eine sehr fundierte Kritik des Projektes einreichte. Anfang Januar lagen auch die abschließenden Stellungnahmen (observaciones) der zuständigen Behörden vor. Unter gewaltigem poltischen Druck erklärten sich erwartungsgemäß alle Institutionen außer der CONAF „conforme“, also einverstanden. Sernapesca stimmte auch zu, formulierte aber Bedenken und Bedingungen, einige wenige andere ebenso. Allein die regionale CONAF blieb trotz massiver Einflussnahme bei ihrer fachlich fundierten Kritik und wurde dafür von der SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) in deren abschließender Stellungnahme ungewöhnlich massiv kritisiert und aufgefordert, nicht zu den Auswirkungen der Schifffahrt auf die Schutzgebiete Stellung zu nehmen, da sie für das Meer nicht zuständig sei.

Zur allgemeinen Überraschung legte die SEA zwar fristgerecht ihre abschließende Stellungnahme  vor, leitete aber nicht die Entscheidung durch die Regional-Regierung Coquimbo ein. Die SEA  forderte von der Firma vielmehr eine 4. Adenda (Nachtrag), die eigentlich im Prüfverfahren nicht vorgesehen ist. Bis zum 14. März hat die Firma Andes Iron jetzt erneut Gelegenheit, die Bedenken der Bürger und Behörden auszuräumen. Warum sich die SEA zu diesem Schritt gezwungen sah, lässt sich nicht mit Sicherheit beantworten. Fakt ist allerdings, dass ihr zahlreiche formale Fehler unterlaufen sind und der Protest gegen das Mega-Projekt in den letzten Monaten enorm zugenommen hat.

Seit den Aktionen im Dezember (s.a. Vor der Entscheidung – eine Woche drei Proteste, auf diesen Seiten) ist der Widerstand gewachsen und die Proteste nahmen zu. Der Versuch von Andes Iron, durch Finanzierung von Projekten die Befürwortung der Bürger zu erkaufen, ist weitgehend gescheitert:

  • Die Mehrheit der Fischer und der Bevölkerung der Gemeinde La Higuera positionieren sich  gegen das Projekt „Dominga“. In den betroffenen Dörfern sammeln Bürger Unterschriften, die Fischer planen weitere Aktionen.
  • Chao Pescao startete gemeinsam mit Oceana und Sphenisco die Kampagne „Salvemos La Higuera“. Im Rahmen der Kampagne fand am 14. Januar in Pt. de Choros ein Festival gegen „Dominga“ statt, am 19. Januar Velatones (Totenwachen) an vielen Orten der Region und des Landes (s.a. https://www.facebook.com/Movimiento-Chao-Pescao-101359003258132/)
  • Studenten der Universidad Católica del Norte (UCN) gründeten (von Parteien) unabhängige  Aktionsgruppen für nachhaltige regionale Entwicklung. Als erstes organisieren sie zwei Fotografie-Punkte in La Serena und Coquimbo, an denen jeder sich mit einem persönlichen Pinguin-Foto unter dem Motto „Salvemos La Higuera“ („Retten wir La Higuera“) dem Protest anschließen kann.  Es ist geplant, auch im benachbarten Elqui Tal Fotografie-Punkte zu organisieren. Für Februar planen die Studenten eine Demonstration in La Serena
  • Der Abgeordnete Daniel Melo setzte eine Anhörung im chilenischen Parlament durch. Am 25. Januar sollte über die Unregelmässigkeiten bei der Umweltverträglichkeits-Prüfung des Projektes „Dominga“ berichtet und diskutiert werden. Da der Umweltminister kurzfristig verhindert war, musste die Diskussion leider auf den 8. März (wegen der Parlaments-Ferien) verschoben werden. Gemeinsam mit anderen Parlamentariern setzt sich Daniel Melo wegen der vielen Unregelmässigkeiten für die Annullierung des Verfahrens zur Umweltverträglichkeitsprüfung des Dominga Projekts ein.  

Die vielen Aktivitäten und Aktionen haben auch dazu geführt, dass die chilenischen Medien, auch das nationale Fernsehen, mehr über die Konflikte in der Region Coquimbo berichten.

W.K.

Cancion 2

   
© SPHENISCO