Gesamtpopulation des Humboldt-Pinguins wird erstmalig untersucht

Maritza CortezAlgarrobo 22. Januar 2012.

Zwei Jahre förderte Sphenisco die Dissertation von Maritza Cortez (Meeresbiologin an der Universität Coquimbo, Nordchile). Jetzt kann die Doktorantin mit Hilfe eines staatlichen Stipendiums ihre Doktorarbeit mit dem Titel „Die Wirkung des Breitengrades auf Muster und geografische Prozesse von Meeresvögeln am Beispiel des Humboldt-Pinguins“ fortsetzen.

Verbreitungsgebiet des Humboldt-PinguinsIn der Arbeit werden erstmalig Struktur und Prozesse der Populationsdynamik des Humboldt-Pinguins im gesamten Verbreitungsgebiet von Punta Aguja, Peru (5° südl. Breite) bis Punihuil, Südchile (41° südl. Breite) untersucht. Moderne Theorien gehen davon aus, dass die genetische Vielfalt einer Population abhängig ist von der Position im Verbreitungsgebiet (Zentrum vs. Ränder), von der Größe der Kolonie (Teilpopulation) und von der geografischen Distanz zwischen den Brutkolonien. Die Arbeit analysiert die genetische Diversität von 10 Kolonien in Chile und Peru (u.a. in Punta San Juan, Peru, den Inseln Pan de Azucar, Chanaral, Choros, Algarrobo und Punihuil, alle Chile) sowie Zählungen in 31 Kolonien aus dem gesamten Verbreitungsgebiet in den Jahren 1999 bis 2005. Mit Hilfe dieser Daten und der „Theorie der räumlichen Synchronisierung“ sollen Struktur und Prozesse der Gesamtpopulation geklärt werden, also die Fragen, wo liegt das Zentrum und wo liegen die Ränder der Verbreitung und wie „interagieren“ Kolonien (Teilpopulationen) miteinander.

Außerdem untersucht die Arbeit in 5 Kolonien in Nord-, Central- und Südchile jeweils mindestens 20 erwachsene Humboldt-Pinguine. Durch diesen Teil der Untersuchung soll der Zusammenhang zwischen Größe der jeweiligen Population und dem Jagderfolg geklärt werden. Dazu werden zu 2 Messzeitpunkten (Sommer, Winter) Daten zur Position, zur Dauer und Geschwindigkeit bei der Jagd nach Fischen, zur körperlichen Konstitution sowie der Entwicklung der Küken erhoben.

Dieses Wissen über die Dynamik der Gesamtpopulation, über Bedingungen des Reproduktionserfolges und über die Zusammenhänge zwischen diesen Faktoren ist erforderlich, um Interventionen zum Schutz dieser stark bedrohten Spezies beurteilen und wirkungsvoll organisieren zu können.

W.K.

 

   
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