Naturschutz in der Warteschleife

- Millionen Projekt wegen Formalie erneut verschoben -

La Serena, 10. Januar 2012.

Prof. Guillermo LunaGuillermo Luna, Professor am Institut für Meeres-Biologie an der Universität Coquimbo, kann das Wort „Erradicación“ (Ausrottung) nicht mehr hören. Sein Team hat inzwischen die dritte Basisline erhoben, aber auch in diesem Jahr muss der Beginn der Kernphase des „Conservation Measures Program“ (Schutzmassnahmen-Programm) verschoben werden. Ziel des Programmes ist es, durch die Beseitigung invasiver Arten (Kaninchen u. Ratten) auf den Inseln Choros, Chanaral, Chungungo und Pajeros I Fauna und Flora zu schützen (s.a. Eine Million Dollar für die Natur auf diesen Seiten). Der Grund für die Verzögerungen: Die Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung für die bereits geschützten Inseln Choros und Chanaral (Nationales Schutzgebiet) konnte nicht erfolgreich abgeschlossen werden, das internationale Projekt scheitert bis jetzt an einer Formalie.


Zur Bekämpfung der Kaninchen und Ratten sollte Gift eingesetzt werden und zwar ein Mittel, das bei ähnlichen Massnahmen in anderen Ländern, aber auch in Chile auf den Fernandez Inseln  ohne Schaden für die Natur bereits erfolgreich verwendet wurde. Jetzt wies der Servicio Agricola y Ganadero -SAG (land- und viehwirtschaftlicher Dienst) bei der Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung darauf hin, dass in der Gebrauchsanweisung des Giftes für Chile der Einsatz im Freiland nicht ausgewiesen ist. Formal richtig, aber inhaltlich ohne Bedeutung. Ein Veto mit gewaltigen Konsequenzen. Die Massnahmen zur Ausrottung, die bereits 2010 beginnen sollten, müssen verschoben werden, die amerikanische Stiftung Island Conservation setzte die bereitgestellten Mittel anders ein, die Zukunft des Projektes ungewiss.

Prof. Luna, Maritza Cortez u. Gabriele Knauf in La SerenaGuillermo Luna und die anderen Projekt-Partner arbeiten jetzt darauf hin, die Bedingungen für die Durchführung des Projektes wiederherzustellen. Dafür ist es erforderlich, dass die Gebrauchsanweisung für Chile ergänzt und die Umwelt-Verträglichkeits-Prüfung erfolgreich abgeschlossen wird. Außerdem muss Island Conservation die Gelder für die Ausrottung erneut akquirieren und bereitstellen. Im Frühling 2013 soll „Erradicación“ für Professor Luna kein Unwort mehr sein.

W.K.

 

   
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