Kampagnen gegen Umweltzerstörung

Pinguin-Petitionen im chilenischen National-Kongress

Rettet den Regenwald sammelt 216.000 Unterschriften zum Schutz der Humboldt-Pinguine. Sphenisco übergibt sie in Valparaiso an Senatoren.

Valparaiso / Landau 12. Mai 2016.

Mit 216.505 Unterschriften aus 190 Ländern besuchte Nancy Duman von Sphenisco die Senatoren Adriana Muñoz (Region Coquimbo) (1) und  Antonio Horvath (Region Aysén) (2) im chilenischen National-Kongress in Valparaiso. Sie  informierte die beiden Senatoren über die besondere Bedeutung der Meeresregion in Nordchile und benannte die Gefahren, die vom geplanten Bau der zwei Industriehäfen für das Überleben von 13.000 Brutpaaren der bedrohten Pinguinart sowie der Natur insgesamt ausgehen. Sie schilderte noch einmal die Irregularitäten im Prozess der Umwelt-Verträglichkeitsprüfung. 

Señora Muñoz und Señor Horvath begrüßten die Kampagne von „Rettet den Regenwald“ und die von mehr als 500 Organisationen gezeichnete „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung". Spontan erklärten sie sich bereit, auch  persönlich die Erklärung zu unterschreiben und die über 216.000 Petitionen an die Umwelt-Kommission des Senats weiterzuleiten. Wie zuvor schon Minister Marcelo Diaz sowie die Abgeordneten Raúl Saldivar und Daniel Melo wollen auch die beiden Senatoren sich dafür einsetzten, dass die Unterschriften aus aller Welt auch direkt an Präsidentin Bachelet übergeben werden. An der Übergabe wollen die beiden Senatoren auch persönlich teilnehmen. Darüber hinaus bot Senator Horvath an, die Kläger gegen den Hafen Cruz Grande juristisch zu unterstützen und die Pläne zur Entwicklung der Gemeinde La Higuera durch Anwälte ebenfalls auf Irregularitäten überprüfen zu lassen. Senatorin Adriana Muñoz ist bereit, an Arbeitsgruppen und Kommissionen teilzunehmen, die sich mit den Problemen in der Gemeinde La Higuera befassen.

Nach den Gesprächen war Nancy Duman sehr, sehr müde, aber auch sehr zufrieden. Der Kampf gegen Umweltzerstörung und Korruption wird zunehmend nicht nur in der Region Coquimbo, sondern auch national zur Kenntnis genommen. Immer mehr Politiker unterstützen die Kampagne und helfen, Widerstände zu überwinden. Wenn alles klappt, wird Nancy Duman bald nach Valparaiso zurückkehren, um im Kulturzentrum des National Kongresses über die Probleme in Nordchile zu berichten.

W.K.

Anm.

(1) direkt gewählte Senatorin der Wahlregion Coquimbo.

(2) bekannter, inzwischen parteiloser Politiker, der sich seit vielen Jahren für den Schutz der Umwelt in Chile einsetzt.

 

Pinguin-Power in Berlin

Landau 28. April 2016.

Pinguin PowerWelt-Pinguin-Tag, in Berlin ist es 9.30 Uhr, 3 Pinguine - Art unbekannt - watscheln zum Eingang der chilenischen Botschaft in der Mohrenstrasse. Sie entrollen ein Transparent und halten Schilder hoch mit „Salven los pingüinos – 210.000 firmas“ oder „Rettet die Pinguine“. Pinguine sind drollig, demonstrierende Pinguine erst recht. Die Polizisten im bereitstehenden Mannschaftswagen amüsieren sich. Lea Horak von „Rettet den Regenwald“ darf die Botschaft betreten und wird vom Gesandten Manuel Galdames empfangen. Lea Horak berichtet vom Konflikt in der Region Coquimbo und überreicht die 210.000 Unterschriften. Soviele Menschen in aller Welt haben die Petition an Präsidentin Bachelet inzwischen unterschrieben. Außerden übergibt sie die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“, die von rund 550 Institutionen und Organisationen – ganz kleinen und ganz großen – unterstützt wird. Der Gesandte nahm „Erkärung“ und Petitionen entgegen und versprach, sie weiterzuleiten.

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26.000 Pinguine retten – eine Zwischenbilanz

Landau 20. März 2016.

Die Umweltverträglichkeits-Prüfung des Industrie-Hafens in Totoralillo Norte ist in der entscheidenden Phase. Ende Januar formulierten 13 Behörden erneut zum Teil schwerwiegende Bedenken gegen das Projekt der Firma Andes Iron, nur 2 Behörden, der Servicio Nacional de Geología y Minería (Sernageomin) Región de Coquimbo und die Ilustre Municipalidad de La Higuera, erklärten sich mit den Bauplänen einverstanden.                                         

Zeitgleich veröffentlichte Sphenisco die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ und initiierte gemeinsam mit „Rettet den Regenwald e.V“ die Petition „26.000 Pinguine retten“. Inzwischen haben rund 550 Institutionen und Organisationen – ganz kleine und ganz große - ihren Namen unter die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ gesetzt und 181.000 Menschen in aller Welt haben den Brief an Präsidentin Bachelet bei „Rettet den Regenwald“ unterschrieben. Diese Aufmerksamkeit - national und international – stärkt kritische Bürger, Wissenschaftler und Fachleute in Chile und verleiht der Forderung nach einer sachgerechten Prüfung der Hafenprojekte großen Nachdruck.

Seit Anfang März - dem Ende der Parlamentsferien in Chile - sucht Nancy Duman (Mitarbeiterin von Sphenisco) das Gespräch mit Abgeordneten und Senatoren. Ziel der Gespräche ist es, über die Unregelmäßigkeiten bei der Evaluation der Hafenprojekte zu informieren und Untersuchungen dieser Vorgänge einzufordern. Am 14. März traf sie den Abgeordneten Daniel Melo C., Mitglied des Umweltausschusses im chilenischen Parlament (Foto rechts). Der Abgeordnete will seine Kollegen informieren und Gespräche mit Bürgern und Verantwortlichen in der Region führen, um sich selbst ein Bild zu machen. Señor Melo regte an, dass Sphenisco in der Umwelt-Kommission des Parlamentes über die Unregel-mässigkeiten in der Region Coquimbo berichtet. Außerdem schlug er vor, die Einrichtung der Meeresschutzzone „La Higuera-Isla Chañaral“ auch bei Präsidentin Bachelet zu beantragen, damit die Zukunft dieses besonderen Ökosystems auch auf der nationalen Ebene behandelt werden kann.

Am 18. März wurde die Klage gegen den bereits genehmigten Hafen Cruz Grande (Firma CMP-Compania Minera del Pacífico S.A.) beim Umweltgericht eingereicht. Deshalb  sollen im April die bereits gesammelten Unterschriften (Zwischenstand) an die Präsidentin Bachelet übergeben werden. An der Übergabe werden sich Bewohner aus La Higuera und chilenische Künstler beteiligen. In Deutschland plant Rettet den Regenwald eine Übergabe an den chilenischen Botschafter in Berlin.

Am 8. März veröffentlichte die SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) den sogenannten ICSARA (Zusammenfassung der vorgebrachten Einwände) und überraschte dabei in Stil und Inhalt. Die Einwände sind übersichtlich geordnet und somit wie früher wieder gut lesbar. Wichtiger noch, die Einwände der kritischen Behörden sind vollständig. Die SEA erspart es Andes Iron nicht – wie befürchtet wurde – zu kritischen Punkten wie dem Schiffsverkehr oder den Auswirkungen auf die Schutzgebiete Stellung zu nehmen. Die Gründe für diesen Wandel sind nicht bekannt. Sollten die Klage gegen die Genehmigung des Hafens Cruz Grande, der Widerstand chilenischer Behörden gegen die Projekte und die Forderungen nach einer sachgerechten Prüfung (181.000 Unterschriften!) etwa Eindruck gemacht haben?

W.K.

Versagen staatlicher Behörden bedroht Humboldt-Pinguine

- Sphenisco beim Präsidenten der Regional-Regierung -

La Serena 2. Februar 2016.

Nancy Duman, Gabriele und Werner Knauf, Claudio IbáñezSeit Ende Januar liegen die neuen Stellungnahmen der zuständigen Behörden zum geplanten Projekt Dominga (Firma Andes Iron) bei der SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) vor. Der politische Druck, das Projekt zu genehmigen, ist enorm hoch. So wurden hinter den Kulissen kritische Behörden massiv unter Druck gesetzt, teilweise sogar Zuständigkeiten extra geändert. Es wird befürchtet, dass Verantwortliche, die sich nicht anpassen, ihre Stellung verlieren. Trotzdem haben z.B. die CONAF (Behörde für die Schutzgebiete) und das regionale Umweltministerium erneut die drohenden Gefahren durch den Schiffsverkehr und durch Emissionen klar benannt. Sie haben auch noch einmal darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht, nur die Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung der Hafenanlage zu bewerten, sondern dass auch die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt und die benachbarten Schutzgebiete einbezogen werden müssen (s.a. La Higuera-Isla Chañaral Erklärung).

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Petition „26.000 Pinguine retten“ - Übergabe am Welt-Pinguin-Tag

Landau 31. März 2016.

Ende Januar hat Sphenisco die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ veröffentlicht und gemeinsam mit der NGO „Rettet den Regenwald e.V“ die Petition „26.000 Pinguine retten“ initiiert (s. a. Startseite). Inzwischen haben rund 550 Institutionen und Organisationen – ganz kleine und ganz große - ihren Namen unter die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ gesetzt und rund 190.000 Menschen in aller Welt haben den Brief an Präsidentin Bachelet bei „Rettet den Regenwald“ unterschrieben. Am 25. April, dem Welt-Pinguin-Tag wird Sphenisco in Santiago de Chile die Unterschriften aus aller Welt (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, England, USA, Kanada, Peru, Ecuador, Argentinien und Chile) und die „Erklärung“ mit ihren Unterzeichnern an Präsidentin Bachelet übergeben. Diese Aktion wird unterstützt von der Bürgerinitiative Modema (Movimiento en Defensa del Medio Ambiente), Pescadores Artesanales (Küstenfischer), der Künstlergruppe Chao Pescao und der NGO Oceana. Neben Repräsentanten dieser Organisationen werden auch Rosa Rojas (Vorsitzende  des Beratergremiums für das Nationale Schutzgebiet des Humboldt Pinguins und der Meeresschutzzone Choros-Damas und Insel Chañaral), sowie Abgeordnete des Umweltausschusses des chilenischen Parlamentes Nancy Duman (Vertreterin von Sphenisco) bei der Übergabe begleiten.

Am selben Tag wird „Rettet den Regenwald“ in Berlin die Unterschriften und die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ an Mariano Fernández A., den Botschafter der Republik Chile, übergeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 24. und 25. April werden auch zahlreiche zoologische Gärten und andere Einrichtungen mit Aktionen und Veranstaltungen auf die akute Bedrohung der Hauptbrutgebiete des Humboldt-Pinguins in Nordchile hinweisen (s. a. „Vorschau“ auf dieser Seite).


W.K.

Für eine sachgerechte Prüfung der Umweltverträglichkeit

La Serena 25. Januar 2016.

Chilenische Wissenschaftler und Fachleute staatlicher Institutionen haben Sphenisco um kurzfristige Hilfe gebeten, weil sie befürchten, dass durch den Bau von 3 Häfen die Meeresregion La Higuera–Insel Chañaral in Nordchile - einem der 35 wichtigsten Hotspots der Biodiversität auf der Welt – irreversibel zerstört wird. Die Realisierung der Projekte würde auch das Aus für den Humboldt-Pinguin bedeuten. Ein Hafen in dem Ökosystem von Weltrang wurde bereits genehmigt, weil die Umweltverträglichkeit nur zum Schein geprüft wurde (s. a. Internet-Seite Sphenisco, Brief an Präsidentin Bachelet, 12. Feb. 2015). Gegen diese Entscheidung ist ein Gerichtsverfahren anhängig. Aktuell tritt die Umweltverträglichkeits-Prüfung für den 2. Hafen in die entscheidende Phase. Mit der „La Higuera-Insel Chañaral Erklärung“ (siehe unten) wendet sich Sphenisco an die chilenische und internationale Öffentlichkeit, da zu befürchten ist, dass auch dieses Prüfverfahren nicht sachgerecht durchgeführt wird.

 Sphenisco bittet Natur- und Artenschutzschutz-Organisationen sowie Naturfreunde in aller Welt, diese Erklärung zu unterstützen und ihre Kontakte zu Medienzu nutzen, um mit Hilfe der Erklärung und Informationen der Internetseite (http://www.sphenisco.org) auf den drohenden Verlust dieses bedeutenden Ökosystems aufmerksam zu machen. Der Vorstand bittet auch alle Mitglieder und Mitglieds-Organisationen Verbindungen zu Medien zu nutzen oder sie Sphenicscos Präsidentin Gabriele Knauf mitzuteilen.

In den kommenden Wochen wird Sphenisco Abgeordnete, Senatoren und Vertreter von Medien in Chile auch persönlich informieren, um parlamentarische Anfragen und Untersuchungen bzgl. der Umweltvertäglichkeits-Prüfungen in der Region Coquimbo anzuregen.

W.K.

 

 

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Natur- und Artenschutz in der Defensive


Landau 21. November 2015.

Anfang des Jahres wurde das Hafenprojekt Cruz Grande durch die Regional-Regierung Coquimbo genehmigt. Sphenisco hat in Schreiben an Präsidentin Bachelet und chilenische Behörden auf die Gefahren für die Biodiversität in der Meeres- und Küstenregion von La Higuera und die Unregelmässigkeiten im Prozess der Umweltverträglichkeits-Prüfung
hingewiesen (siehe Offenen Briefe auf dieser Seite, Januar u. Februar 2015). Gemeinsam mit anderen Natur- und Artenschutz-Organisationen hat sich Sphenisco in den letzten Jahren für die Schaffung einer Meeresschutzzone eingesetzt, um die Biodiverstät dieser Region nachhaltig zu schützen. Es wurde u.a. auch an die Behörden appelliert, sich um den Status als Weltnaturerbe für diese Zone zu bemühen. Das nationale Umweltministerium ignoriert in seiner Antwort auf die Appelle die besondere Bedeutung des Ökosystems vollständig und teilt lapidar mit, die Meeresschutzzone könne nicht genehmigt werden, da nicht alle Fischer damit einverstanden seien, außerdem gäbe es in der Region bereits eine wirtschaftliche Nutzung und industriellen Fischfang.

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Auf ein Neues – Kampagne für den Humboldt-Pinguin

An der Mitglieder-Versammlung am 27. Juni in Landau nahmen rund 20 Mitglieder teil. Sie informierten sich gründlich über laufende Projekte und Aktivitäten in Südamerika und Europa. Während der  Diskussionen und Planungen entstand wieder das spezielle „Sphenisco-Fluidum“. Der folgende Artikel fasst Berichte und Ergebnisse bezüglich der „Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ kurz zusammen.

Landau 27. Juni 2015. Die Vorsitzende Gabriele Knauf berichtet über die schwierige Entwicklung beim Nationalen Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins in Nordchile. Seit 2013 arbeitet dort die Mitarbeiterin von Sphenisco Nancy Duman Brito unter dem Motto „Ja - zur Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ für die Humboldt-Pinguine und ihren Lebensraum. Ziel ihrer Arbeit ist es, die bereits 2010 von der NGO Oceana beantragte Meeresschutzzone gegen Widerstände durchzusetzen und nachhaltig zu gestalten (s. a. Artikel „Meeresschutzzone: Ja bitte!“, 15. Januar 2013). Aktuell wollen vor allem 2 Bergbau-Unternehmen die Meeresschutzzone verhindern, um den Bau von 2 Häfen zur Verschiffung von Eisenerz durchsetzen zu können. Neben Öffentlichkeitsarbeit (Medien, Workshops in den Küstendörfern, Projekt mit Fischern in Caleta Hornos) hat Señora Nancy es geschafft, bei wichtigen Institutionen der Region (CONAF, Umwelt-Ministerium, Sernapesca) nicht nur Gehör zu finden, sondern regelmäßig in relevanten Gremien (z.B. technische Kommisionen der III. u. IV. Region) mitarbeiten zu dürfen.

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