Kampagnen gegen Umweltzerstörung

Natur- und Artenschutz in der Defensive


Landau 21. November 2015.

Anfang des Jahres wurde das Hafenprojekt Cruz Grande durch die Regional-Regierung Coquimbo genehmigt. Sphenisco hat in Schreiben an Präsidentin Bachelet und chilenische Behörden auf die Gefahren für die Biodiversität in der Meeres- und Küstenregion von La Higuera und die Unregelmässigkeiten im Prozess der Umweltverträglichkeits-Prüfung
hingewiesen (siehe Offenen Briefe auf dieser Seite, Januar u. Februar 2015). Gemeinsam mit anderen Natur- und Artenschutz-Organisationen hat sich Sphenisco in den letzten Jahren für die Schaffung einer Meeresschutzzone eingesetzt, um die Biodiverstät dieser Region nachhaltig zu schützen. Es wurde u.a. auch an die Behörden appelliert, sich um den Status als Weltnaturerbe für diese Zone zu bemühen. Das nationale Umweltministerium ignoriert in seiner Antwort auf die Appelle die besondere Bedeutung des Ökosystems vollständig und teilt lapidar mit, die Meeresschutzzone könne nicht genehmigt werden, da nicht alle Fischer damit einverstanden seien, außerdem gäbe es in der Region bereits eine wirtschaftliche Nutzung und industriellen Fischfang.

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Auf ein Neues – Kampagne für den Humboldt-Pinguin

An der Mitglieder-Versammlung am 27. Juni in Landau nahmen rund 20 Mitglieder teil. Sie informierten sich gründlich über laufende Projekte und Aktivitäten in Südamerika und Europa. Während der  Diskussionen und Planungen entstand wieder das spezielle „Sphenisco-Fluidum“. Der folgende Artikel fasst Berichte und Ergebnisse bezüglich der „Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ kurz zusammen.

Landau 27. Juni 2015. Die Vorsitzende Gabriele Knauf berichtet über die schwierige Entwicklung beim Nationalen Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins in Nordchile. Seit 2013 arbeitet dort die Mitarbeiterin von Sphenisco Nancy Duman Brito unter dem Motto „Ja - zur Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ für die Humboldt-Pinguine und ihren Lebensraum. Ziel ihrer Arbeit ist es, die bereits 2010 von der NGO Oceana beantragte Meeresschutzzone gegen Widerstände durchzusetzen und nachhaltig zu gestalten (s. a. Artikel „Meeresschutzzone: Ja bitte!“, 15. Januar 2013). Aktuell wollen vor allem 2 Bergbau-Unternehmen die Meeresschutzzone verhindern, um den Bau von 2 Häfen zur Verschiffung von Eisenerz durchsetzen zu können. Neben Öffentlichkeitsarbeit (Medien, Workshops in den Küstendörfern, Projekt mit Fischern in Caleta Hornos) hat Señora Nancy es geschafft, bei wichtigen Institutionen der Region (CONAF, Umwelt-Ministerium, Sernapesca) nicht nur Gehör zu finden, sondern regelmäßig in relevanten Gremien (z.B. technische Kommisionen der III. u. IV. Region) mitarbeiten zu dürfen.

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Sphenisco e.V./Eckenerstr. 6/D 76829 Landau

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! /http://www.sphenisco.org

 

Coquimbo, den 12. Februar 2015

 

 Humboldt-Pinguine wieder bedroht!

„Hotspot“ der Biodiversität auf Weltniveau ernsthaft gefährdet!

 

Verehrte Frau

Michelle Bachelet Jeria

Präsidentin der Republik Chile

Damen und Herren Minister und Amtsinhaber

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem zweiten offenen Brief wenden wir uns noch einmal an Sie, um dem ersten Schreiben neue Informationen hinzuzufügen, und um unserer tiefen Besorgnis noch einmal Ausdruck zu verleihen bezüglich der groβen Gefahr, der die Meeres- und Küstenregion ausgesetzt ist, in der sich 80% der Weltpopulation von Humboldt-Pinguinen befindet, und zu deren Schutz am 3. Januar 1990 das „Nationale Schutzgebiet des Humboldtpinguins“ und später die Meeresschutzzone “Inseln Choros und Damas” geschaffen wurde.

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Über 2000 Unterschriften im Gepäck

Landau, 12. Januar 2016.

Viele Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr  den Appell an die Präsidentin Bachelet zur Schaffung der Meeresschutzzone „La Higuera und Insel Chañaral“ in Nordchile unterstützt (s.a. Schreiben vom Februar 2015). Bei ganz verschiedenen Gelegenheiten - auf Fortbildungen sowie auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes deutscher Zootierpfleger, bei Aktionstagen u.a. im Zoo Landau vor allem aber im Berg-Zoo Halle – haben Naturfreunde und Mitglieder von Sphenisco 2323 Unterschriften für die Meeresschutzzone und gegen den Bau von Häfen in der Region La Higuera gesammelt. Ende Januar bei ihrem Aufenthalt in der Region Coquimbo werden Gabriele und Werner Knauf mit Nancy Duman (Projektleiterin von Sphenisco) und chilenischen Freunden beraten, wie die Unterschriften wirkungsvoll genutzt werden können.
Wie bereits angekündigt soll die Unterschriften-Aktion 2016 fortgesetzt und durch Online-Petitionen ergänzt werden (s.a. Natur- und Artenschutz in der Defensive).

W.K.

Coquimbo, 27. Januar 2015

 

Sehr geehrte Frau

Michelle Bachelet Jeria

Präsidentin der Republik Chile

 

Eure Exzellenz:

Wir wenden uns an Sie, ebenso wie an die nationalen und regionalen Autoritäten, an die Parlamentarier und die Bürgerschaft von Chile, mit diesem offenen Brief, um die schwerwiegenden Irregularitäten des Verfahrens zur Prüfung der Umweltverträglichkeit  beim Projekt „Hafen Cruz Grande“ öffentlich zur Kenntnis zu bringen. Diese Irregularitäten werden im Falle der Genehmigung dieses Projektes zu irreversiblen Auswirkungen auf das „Nationale Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins“, das Meeresschutzgebiet „Choros-Damas“, den „Sitio Prioritario para la Conservación de la Biodiversidad Reserva Marina Punta de Choros“ (Gebiet dessen Biodiversität vorrangig zu schützen ist) und die ebenfalls geschützten „Áreas de Manejo y Explotación de Recursos Bentónicos (AMERB) (geschützte Gebiete zum Abbau von Meeresfrüchten) führen.

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Hoffnung für das Meer von La Higuera, Nordchile


Landau, 16. September 2014.

Die Firma Compañia Minera del Pacifico (CMP) will bei Chungungo in der Region Coquimbo einen Hafen bauen (s. a. „Das nationale Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins darf nicht sterben“). Die Ökosysteme im Meer und an den Küsten der Gemeinden La Higuera und Freirina sind von besonderer Bedeutung für den Umwelt- und Artenschutz, und sollen deshalb durch die Schaffung einer Meeresschutzzone und durch die Anerkennung als Weltnaturerbe dauerhaft geschützt werden. Nachdem die Umweltverträglichkeits-Prüfung für den Hafen Cruz Grande abgeschlossen ist, wird die Regional-Regierung in Kürze über den Bauantrag entscheiden. Gegen das Vorhaben wurden von vielen Privatpersonen, vor allem aber von relevanten Behörden wie Sernapesca (staatliche Fischereibehörde), der CONAF (zuständig u. a. für Schutzgebiete), dem regionalen Umweltministerium und der Subpesca (Staatssekretariat f. Fischerei und Landwirtschaft) schwerwiegende Bedenken erhoben. Sie betreffen vor allem die Zerstörung der Lebensräume bedrohter Arten, gefährliche Emissionen und die Einschleppung invasiver Arten. Die Firma Compañia Minera del Pacifico (CMP) konnte die Einwände bei der Überprüfung der Umweltverträglichkeit nicht ausräumen. Deshalb erklären die genannten Institutionen sich auch am Ende des Prüfverfahrens als „nicht einverstanden“ mit dem Hafen Cruz Grande.

Folgt die Regional-Regierung in Coquimbo ihren eigenen Kriterien, dann muss sie den Bau des Hafen ablehnen, da 4 relevante Institutionen dagegen sind. Ein weiteres Mal würde dann das besonders wertvolle und sensible Ökosystem von La Higuera vor massiven Schädigungen oder gar Zerstörung bewahrt werden. Hoffen wir, dass es mit rechten Dingen zu geht und nicht der „politische“ Wille der Willkür Tür und Tor öffnet.

W.K.

  

Presidenta la Republica

Señora Michelle Bachelet J.

Palacio de Moneda s/n

Santiago de Chile

Chile         

 

Soziale und ökologische Bedrohungen in den Gemeinden La Higuera und Freirina

 

Sehr geehrte Frau Präsidentin, 

Die Ökosysteme im Meer und an den Küsten der Gemeinden La Higuera und Freirina in Nordchile  sind besonders artenreich und von globaler Bedeutung. Deshalb hat die NGO Oceana 2010 beantragt, die dort bereits existierenden Schutzzonen zu erweitern, um die Artenvielfalt dieses Sektors dauerhaft zu bewahren (1). Trotz ihrer herausragenden Bedeutung wird diese Region immer wieder durch Pläne von Unternehmen bedroht. Erst sollte ein Hotel auf der Insel Gaviota in unmittelbarer Nähe des „Nationalen Schutzgebietes des Humboldt-Pinguins“ gebaut, dann 3 Kohlekraftwerke an der Küste errichtet werden. Aktuell plant die Firma Compañia Minera del Pacifico (CMP) einen Hafen bei Chungungo und die Firma Andes Iron ein Bergwerk (Mine Dominga) mit Hafen bei Totoralillo Norte. Das Problem ist nicht, dass Unternehmen Betriebsstätten errichten wollen, sondern dass sie dies ohne Rücksicht auf die sensiblen Ökosysteme dieser Zone und die existierenden Schutzgebiete (Reserva Nacional Pingüino de Humboldt, Reserva Marina Islas Choros y Damas und Reserva Marina Isla Chañaral) tun wollen.

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     Das „Nationale Schutzgebiet des Humboldt- 
     Pinguins“ darf nicht sterben !

 

 

 

 


Resümee
Erneut bedrohen Projekte von Unternehmen wertvolle Ökosysteme in Nordchile. Es drohen 1. die Zerstörung der Lebensräume besonders bedrohter Arten, 2. die Schädigung der Produktivität des Meeres durch eine  Meerwasser-Entsalzungsanlage, 3. die Verschmutzung durch permanenten Schiffsverkehr, 4. das Einschleppen exotischer invasiver Arten und 5. die Zerstörung der Wasserversorgung durch massive Entnahme von Grundwasser. Deshalb erheben viele Behörden Einwände und viele Bürger wehren sich gegen diese Projekte, da sie die Lebensgrundlagen bedrohen und Arbeitsplätze in Fischerei, Landwirtschaft sowie Tourismus gefährden. Es geht um die Frage, ob die Region unter Nutzung oder zu Lasten ihres natürlichen Reichtums entwickelt wird. Die Bestrebungen, dort eine große Meeresschutzzone zu schaffen, setzen auf eine ökologische Entwicklung. Die geplanten Bergbau- und Hafenprojekte versprechen der Bevölkerung zwar mehr Lebensqualität, Arbeitsplätze und Wohlstand, in Wahrheit aber gefährden sie die Existenzgrundlagen der Menschen.
Wir appellieren deshalb an die chilenische Regierung ihre Verantwortung wahrzunehmen und die Meeresschutzzone „La Higuera und Insel Chañaral“ zu genehmigen sowie sie nachhaltig zu entwickeln. Um der globalen Bedeutung dieser einzigartigen Meeresregion gerecht zu werden und sie dauerhaft zu bewahren, appellieren wir darüber hinaus an die Regierung, bei der UNESCO zu beantragen, diesen Meeressektor als Weltnaturerbe anzuerkennen.


           JA zum Schutz der Meeresregion „La Higuera und Insel Chañaral“ !
           JA zur Bewahrung der Artenvielfalt in einer Region von globaler Bedeutung !
           JA zum Recht der Bürger auf Wasser !
           JA zu nachhaltigen und sozialverträglichen Unternehmen !
           JA zu Arbeitsplätzen in Fischerei, Landwirtschaft und Tourismus !

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