Kampagnen gegen Umweltzerstörung

Versagen staatlicher Behörden bedroht Humboldt-Pinguine

- Sphenisco beim Präsidenten der Regional-Regierung -

La Serena 2. Februar 2016.

Nancy Duman, Gabriele und Werner Knauf, Claudio IbáñezSeit Ende Januar liegen die neuen Stellungnahmen der zuständigen Behörden zum geplanten Projekt Dominga (Firma Andes Iron) bei der SEA (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) vor. Der politische Druck, das Projekt zu genehmigen, ist enorm hoch. So wurden hinter den Kulissen kritische Behörden massiv unter Druck gesetzt, teilweise sogar Zuständigkeiten extra geändert. Es wird befürchtet, dass Verantwortliche, die sich nicht anpassen, ihre Stellung verlieren. Trotzdem haben z.B. die CONAF (Behörde für die Schutzgebiete) und das regionale Umweltministerium erneut die drohenden Gefahren durch den Schiffsverkehr und durch Emissionen klar benannt. Sie haben auch noch einmal darauf hingewiesen, dass es keinen Sinn macht, nur die Auswirkungen auf die unmittelbare Umgebung der Hafenanlage zu bewerten, sondern dass auch die Auswirkungen auf das Ökosystem insgesamt und die benachbarten Schutzgebiete einbezogen werden müssen (s.a. La Higuera-Isla Chañaral Erklärung).

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Petition „26.000 Pinguine retten“ - Übergabe am Welt-Pinguin-Tag

Landau 31. März 2016.

Ende Januar hat Sphenisco die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ veröffentlicht und gemeinsam mit der NGO „Rettet den Regenwald e.V“ die Petition „26.000 Pinguine retten“ initiiert (s. a. Startseite). Inzwischen haben rund 550 Institutionen und Organisationen – ganz kleine und ganz große - ihren Namen unter die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ gesetzt und rund 190.000 Menschen in aller Welt haben den Brief an Präsidentin Bachelet bei „Rettet den Regenwald“ unterschrieben. Am 25. April, dem Welt-Pinguin-Tag wird Sphenisco in Santiago de Chile die Unterschriften aus aller Welt (Deutschland, Frankreich, Spanien, Italien, England, USA, Kanada, Peru, Ecuador, Argentinien und Chile) und die „Erklärung“ mit ihren Unterzeichnern an Präsidentin Bachelet übergeben. Diese Aktion wird unterstützt von der Bürgerinitiative Modema (Movimiento en Defensa del Medio Ambiente), Pescadores Artesanales (Küstenfischer), der Künstlergruppe Chao Pescao und der NGO Oceana. Neben Repräsentanten dieser Organisationen werden auch Rosa Rojas (Vorsitzende  des Beratergremiums für das Nationale Schutzgebiet des Humboldt Pinguins und der Meeresschutzzone Choros-Damas und Insel Chañaral), sowie Abgeordnete des Umweltausschusses des chilenischen Parlamentes Nancy Duman (Vertreterin von Sphenisco) bei der Übergabe begleiten.

Am selben Tag wird „Rettet den Regenwald“ in Berlin die Unterschriften und die „La Higuera-Isla Chañaral Erklärung“ an Mariano Fernández A., den Botschafter der Republik Chile, übergeben.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 24. und 25. April werden auch zahlreiche zoologische Gärten und andere Einrichtungen mit Aktionen und Veranstaltungen auf die akute Bedrohung der Hauptbrutgebiete des Humboldt-Pinguins in Nordchile hinweisen (s. a. „Vorschau“ auf dieser Seite).


W.K.

Für eine sachgerechte Prüfung der Umweltverträglichkeit

La Serena 25. Januar 2016.

Chilenische Wissenschaftler und Fachleute staatlicher Institutionen haben Sphenisco um kurzfristige Hilfe gebeten, weil sie befürchten, dass durch den Bau von 3 Häfen die Meeresregion La Higuera–Insel Chañaral in Nordchile - einem der 35 wichtigsten Hotspots der Biodiversität auf der Welt – irreversibel zerstört wird. Die Realisierung der Projekte würde auch das Aus für den Humboldt-Pinguin bedeuten. Ein Hafen in dem Ökosystem von Weltrang wurde bereits genehmigt, weil die Umweltverträglichkeit nur zum Schein geprüft wurde (s. a. Internet-Seite Sphenisco, Brief an Präsidentin Bachelet, 12. Feb. 2015). Gegen diese Entscheidung ist ein Gerichtsverfahren anhängig. Aktuell tritt die Umweltverträglichkeits-Prüfung für den 2. Hafen in die entscheidende Phase. Mit der „La Higuera-Insel Chañaral Erklärung“ (siehe unten) wendet sich Sphenisco an die chilenische und internationale Öffentlichkeit, da zu befürchten ist, dass auch dieses Prüfverfahren nicht sachgerecht durchgeführt wird.

 Sphenisco bittet Natur- und Artenschutzschutz-Organisationen sowie Naturfreunde in aller Welt, diese Erklärung zu unterstützen und ihre Kontakte zu Medienzu nutzen, um mit Hilfe der Erklärung und Informationen der Internetseite (http://www.sphenisco.org) auf den drohenden Verlust dieses bedeutenden Ökosystems aufmerksam zu machen. Der Vorstand bittet auch alle Mitglieder und Mitglieds-Organisationen Verbindungen zu Medien zu nutzen oder sie Sphenicscos Präsidentin Gabriele Knauf mitzuteilen.

In den kommenden Wochen wird Sphenisco Abgeordnete, Senatoren und Vertreter von Medien in Chile auch persönlich informieren, um parlamentarische Anfragen und Untersuchungen bzgl. der Umweltvertäglichkeits-Prüfungen in der Region Coquimbo anzuregen.

W.K.

 

 

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Natur- und Artenschutz in der Defensive


Landau 21. November 2015.

Anfang des Jahres wurde das Hafenprojekt Cruz Grande durch die Regional-Regierung Coquimbo genehmigt. Sphenisco hat in Schreiben an Präsidentin Bachelet und chilenische Behörden auf die Gefahren für die Biodiversität in der Meeres- und Küstenregion von La Higuera und die Unregelmässigkeiten im Prozess der Umweltverträglichkeits-Prüfung
hingewiesen (siehe Offenen Briefe auf dieser Seite, Januar u. Februar 2015). Gemeinsam mit anderen Natur- und Artenschutz-Organisationen hat sich Sphenisco in den letzten Jahren für die Schaffung einer Meeresschutzzone eingesetzt, um die Biodiverstät dieser Region nachhaltig zu schützen. Es wurde u.a. auch an die Behörden appelliert, sich um den Status als Weltnaturerbe für diese Zone zu bemühen. Das nationale Umweltministerium ignoriert in seiner Antwort auf die Appelle die besondere Bedeutung des Ökosystems vollständig und teilt lapidar mit, die Meeresschutzzone könne nicht genehmigt werden, da nicht alle Fischer damit einverstanden seien, außerdem gäbe es in der Region bereits eine wirtschaftliche Nutzung und industriellen Fischfang.

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Auf ein Neues – Kampagne für den Humboldt-Pinguin

An der Mitglieder-Versammlung am 27. Juni in Landau nahmen rund 20 Mitglieder teil. Sie informierten sich gründlich über laufende Projekte und Aktivitäten in Südamerika und Europa. Während der  Diskussionen und Planungen entstand wieder das spezielle „Sphenisco-Fluidum“. Der folgende Artikel fasst Berichte und Ergebnisse bezüglich der „Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ kurz zusammen.

Landau 27. Juni 2015. Die Vorsitzende Gabriele Knauf berichtet über die schwierige Entwicklung beim Nationalen Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins in Nordchile. Seit 2013 arbeitet dort die Mitarbeiterin von Sphenisco Nancy Duman Brito unter dem Motto „Ja - zur Meeresschutzzone La Higuera/Chanaral“ für die Humboldt-Pinguine und ihren Lebensraum. Ziel ihrer Arbeit ist es, die bereits 2010 von der NGO Oceana beantragte Meeresschutzzone gegen Widerstände durchzusetzen und nachhaltig zu gestalten (s. a. Artikel „Meeresschutzzone: Ja bitte!“, 15. Januar 2013). Aktuell wollen vor allem 2 Bergbau-Unternehmen die Meeresschutzzone verhindern, um den Bau von 2 Häfen zur Verschiffung von Eisenerz durchsetzen zu können. Neben Öffentlichkeitsarbeit (Medien, Workshops in den Küstendörfern, Projekt mit Fischern in Caleta Hornos) hat Señora Nancy es geschafft, bei wichtigen Institutionen der Region (CONAF, Umwelt-Ministerium, Sernapesca) nicht nur Gehör zu finden, sondern regelmäßig in relevanten Gremien (z.B. technische Kommisionen der III. u. IV. Region) mitarbeiten zu dürfen.

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Sphenisco e.V./Eckenerstr. 6/D 76829 Landau

Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! /http://www.sphenisco.org

 

Coquimbo, den 12. Februar 2015

 

 Humboldt-Pinguine wieder bedroht!

„Hotspot“ der Biodiversität auf Weltniveau ernsthaft gefährdet!

 

Verehrte Frau

Michelle Bachelet Jeria

Präsidentin der Republik Chile

Damen und Herren Minister und Amtsinhaber

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit diesem zweiten offenen Brief wenden wir uns noch einmal an Sie, um dem ersten Schreiben neue Informationen hinzuzufügen, und um unserer tiefen Besorgnis noch einmal Ausdruck zu verleihen bezüglich der groβen Gefahr, der die Meeres- und Küstenregion ausgesetzt ist, in der sich 80% der Weltpopulation von Humboldt-Pinguinen befindet, und zu deren Schutz am 3. Januar 1990 das „Nationale Schutzgebiet des Humboldtpinguins“ und später die Meeresschutzzone “Inseln Choros und Damas” geschaffen wurde.

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Über 2000 Unterschriften im Gepäck

Landau, 12. Januar 2016.

Viele Menschen in Deutschland haben im vergangenen Jahr  den Appell an die Präsidentin Bachelet zur Schaffung der Meeresschutzzone „La Higuera und Insel Chañaral“ in Nordchile unterstützt (s.a. Schreiben vom Februar 2015). Bei ganz verschiedenen Gelegenheiten - auf Fortbildungen sowie auf der Jahreshauptversammlung des Verbandes deutscher Zootierpfleger, bei Aktionstagen u.a. im Zoo Landau vor allem aber im Berg-Zoo Halle – haben Naturfreunde und Mitglieder von Sphenisco 2323 Unterschriften für die Meeresschutzzone und gegen den Bau von Häfen in der Region La Higuera gesammelt. Ende Januar bei ihrem Aufenthalt in der Region Coquimbo werden Gabriele und Werner Knauf mit Nancy Duman (Projektleiterin von Sphenisco) und chilenischen Freunden beraten, wie die Unterschriften wirkungsvoll genutzt werden können.
Wie bereits angekündigt soll die Unterschriften-Aktion 2016 fortgesetzt und durch Online-Petitionen ergänzt werden (s.a. Natur- und Artenschutz in der Defensive).

W.K.

Coquimbo, 27. Januar 2015

 

Sehr geehrte Frau

Michelle Bachelet Jeria

Präsidentin der Republik Chile

 

Eure Exzellenz:

Wir wenden uns an Sie, ebenso wie an die nationalen und regionalen Autoritäten, an die Parlamentarier und die Bürgerschaft von Chile, mit diesem offenen Brief, um die schwerwiegenden Irregularitäten des Verfahrens zur Prüfung der Umweltverträglichkeit  beim Projekt „Hafen Cruz Grande“ öffentlich zur Kenntnis zu bringen. Diese Irregularitäten werden im Falle der Genehmigung dieses Projektes zu irreversiblen Auswirkungen auf das „Nationale Schutzgebiet des Humboldt-Pinguins“, das Meeresschutzgebiet „Choros-Damas“, den „Sitio Prioritario para la Conservación de la Biodiversidad Reserva Marina Punta de Choros“ (Gebiet dessen Biodiversität vorrangig zu schützen ist) und die ebenfalls geschützten „Áreas de Manejo y Explotación de Recursos Bentónicos (AMERB) (geschützte Gebiete zum Abbau von Meeresfrüchten) führen.

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