Weltkongress für Meeresschutzzonen und Regierungskrise in Chile
- Sphenisco setzt sich für Meeresschutzzone und Weltnaturerbe ein

Landau 2. September.

Am 4. September beginnt in Coquimbo und La Serena, Nordchile der 4. Internationale Kongress für Meeresschutzzonen ( „4th International Marine Protected Areas Congress“ - IMPAC 4 ). Aufgrund der vielen schädlichen Einwirkungen und Belastungen ist das Ökosystem Meer stark gefährdet:

  • Ein Drittel der Fischbestände der Erde ist überfischt, 61% sind bis an die Grenzen befischt.
  • Durch Emissionen von Kohlendioxid sinkt der pH-Wert des Meerwassers, die Meere drohen zu versauern, was verheerenden Auswirkungen auf Korallen, Fische und andere Meeresbewohner hätte.
  • Weitere Gefahren sind Tankerunfälle, Industrieabfälle, Plastik- und Zivilisationsmüll.

Damit das Ökosystem „Meer“ sich regenerieren kann und die noch vorhandene Artenvielfalt erhalten bleibt, müssen dringend Meeresschutzzonen eingerichtet werden. Auf dem internationalen Kongress diskutieren eine Woche lang 2000 Fachleute aus aller Welt diese Probleme und informieren über Gestaltung sowie Management von Schutzzonen. Die Teilnehmer werden auch die nur rund 100 Kilometer entfernt liegende Meeresregion „La Higuera-Isla Chañaral“ besuchen.

Seit über 20 Jahren kämpfen Bewohner, Wissenschaftler und Umweltschützer für die Erhaltung dieses Hotspots der Biodiversität. Bislang – Gott sei Dank - immer wieder mit Erfolg. Erst vor kurzem, am 21. August hat die Regierung Bachelet ein großes Bergbau- und Hafenprojekt in der Region abgelehnt und sich für eine nachhaltige Entwicklung ausgesprochen: Entwicklung ja, aber sie muss im Einklang mit der Umwelt stehen.“ (s. Artikel „Regierung Bachelet votiert für ...“ auf dieser Seite). Die Entscheidung löste nicht nur ein gewaltiges Echo in den Medien – national und international-, sondern auch eine Regierungskrise aus. Der Finanzminister Rodrigo Valdés und der Wirtschaftsminister Luis Felipe Céspedes, kritisierten öffentlich die Entscheidung und wurden daraufhin von Präsidentin Bachelet entlassen. Das Thema Umweltschutz und nachhaltige Entwicklung spaltet die chilenische Gesellschaft und Politik.

Vor diesem Hintergrund findet IMPAC 4 in La Serena statt. Sphenisco nimmt am Kongress teil und informiert über Bedeutung und drohende Zerstörung der Meeresregion „La Higuera-Isla Chañaral“ (s.a. Handout und Video). Gemeinsam mit unseren Partnern fordert Sphenisco die politisch Verantwortlichen erneut auf, die Meeresregion endlich gemäss ihrer internationalen Bedeutung zur strengen Schutzzone zu erklären und bei der UNESCO zu beantragen, das maritime Paradies zum Weltnaturerbe zu ernennen. Die 2.000 Fachleute bittet Sphenisco die Online Petition von Rettet den Regenwald gleich am Stand unseres Vereins zu unterschreiben und so mitzuhelfen, diesen Hotspot der Artenvielfalt zu retten.

W.K.

   
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