Regierung Bachelet votiert für Schutz von „La Higuera-Isla Chañaral“

KomiteeLa Serena, Landau 22. August 2017.

Gute Nachrichten für das Überleben der Humboldt-Pinguine in Chile. Jetzt hat auch die Regierung von Präsidentin Michelle Bachelet das Megaprojekt Dominga mit dem Hafen Totoralillo Norte abgelehnt und damit die Entscheidung der Regional-Regierung Coquimbo vom 9. März bestätigt. Das Komitee der  Minister votierte mit drei zu zwei Stimmen bei einer Enthaltung gegen das Projekt der Firma Andes Iron. Die Minister für Umwelt, Landwirtschaft und Gesundheit stimmten gegen die Minister für Bergbau und Energie für das Projekt, der Minister für Wirtschaft enthielt sich der Stimme. Das Komitee hatte zahlreiche Stellungnahmen eingeholt und analysiert, um den Einspruch der Firma Andes Iron gegen die Entscheidung der Regional-Regierung zu prüfen. Umweltminister Mena begündete die Entscheidung damit, das Projekt gefährde die Umwelt und Andes Iron habe es versäumt, Maßnahmen und Mittel darzulegen, die Umweltschäden zu vermeiden oder zu kompensieren. Wie schon im März feierten Bürger und Umweltschützer die Entscheidung, wie damals löste die Entscheidung ein großes Echo in den Medien  - sogar international - aus.

Im Vorfeld dieser Entscheidung hat unsere Mitarbeiterin Nancy Duman am 11. August über 357.000 Unterschriften gegen das Projekt Dominga bzw. für die Meeresschutzzone „La Higuera-Isla Chañaral“ direkt an Präsidentin Bachelet übergeben ( s.a. https://www.regenwald.org/petitionen/1085/dringend-ein-schutzgebiet-fuer-pinguine-in-chile). Das Treffen mit der Präsidentin war kurzfristig zustande gekommen und fand im Sicherheitsbereich des Flughafens von La Serena statt. Es waren nur 3 Personen zugelassen und es durfte nicht fotografiert werden. Nancy Duman machte noch einmal deutlich, dass die Mehrheit der Bürger in der Region, aber auch Menschen in vielen anderen Ländern die drohende Zerstörung der Meeresregion „La Higuera-Isla Chañaral“ verhindern und die wertvolle Meeresregion dauerhaft geschützt sehen wollen. In diesem Zusammenhang erinnerte Nancy Duman an die Konvention zur Biodiversität Convention, nach der Chile sich verpflichtet hat, 10% seiner Meeresfläche unter Schutz zu stellen. Die Präsidentin verwies auf die bevorstehende Entscheidung des Komitees der Minister, in die sie sich nicht einmischen wolle, sagte aber zu, die  Unterschriften und die Stellungnahmen zum Konflikt in Nordchile an Umweltminister Marcelo Mena weiterzugeben.
KomiteeMit den jüngsten Entscheidungen hat die Politik in Chile eine schizophrene Situation geschaffen: Die Regional-Regierung Coquimbo und das nationale Komitee der Minister haben das Projekt der Firma Andes Iron mit dem Hafen Totoralillo Norte abgelehnt. Das vergleichbare Projekt der Firma Compania Minera del Pacífico (CMP) mit dem Hafen Cruz Grande wurde von der Regional-Regierung und vom Ministerrat genehmigt. Die Klage von MODEMA gegen dieses Projekt wurde vom Umweltgericht abgewiesen und ist jetzt am obersten Gerichtshof anhängig. Die geplanten Industriehäfen zur Verschiffung von Eisenerz liegen nur 5 Kilometer auseinander und bedrohen in gleicher Weise das  wertvolle Ökosystem. Zur Zeit ist völlig offen wie Justiz und Politik diese Widersprüche lösen will.

Die Übergabe der Unterschriften an die Präsidentin, wie zuvor an die Regional-Regierung, war Teil der Kampagne „Dringend: Ein Schutzgebiet für Pinguine in Chile!“. Gemeinsam mit „Rettet den Regenwald“ wird Sphenisco die Unterschriften-Aktion bis zum 4. Internationalen Kongress für Meeresschutzzonen in La Serena / Coquimbo, Chile fortsetzen. Auf dem Kongress werden wir die politisch Verantwortlichen auffordern, den Schutz des wertvollen Ökosystems kurzfristig zu verbessern und die seit vielen Jahren beantragte Meeresschutzzone endlich zu realisieren. Die Fachleute aus aller Welt bitten wir, mit dem Slogan „Yes to the marine protection area“ die online-Petition https://www.regenwald.org/petitionen/1085/dringend-ein-schutzgebiet-fuer-pinguine-in-chile zu unterstützen.

W.K.

   
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