Proteste erzwingen erweiterte Evaluation

Landau 10. November 2016.

Proteste 1Die Umweltverträglichkeitsprüfung des Projektes Dominga mit der Hafenanlage Totoralillo Norte befindet sich in der entscheidenden Phase. Die Firma Andes Iron hat am 17.Oktober ihre 3. Adenda (Nachtrag) vorgelegt. Damit waren die zuständigen Behörden aufgefordert, innerhalb von 10 Tagen ihre abschließenden Stellungnahmen (Observationen) vorzulegen. Es wurde erwartet, dass die Regional-Regierung in Coquimbo dann zügig - noch vor Ende des Jahres -  über das Projekt Dominga und den Hafen entscheiden würde.

Jetzt hat die Firma Andes Iron nachgebessert und die Basis der Evaluation um die Auswirkungen des Schiffsverkehrs auf die benachbarten Schutzgebiete erweitert. Behörden wie CONAF, Sernapesca und auch die 224.179 Unterstützer der Petition „26.000 Pinguine retten“ hatten dies immer gefordert (siehe „Für eine sachgerechte Prüfung der Umweltverträglichkeit“ vom 25. Jan. 2016). Die Sea (Behörde zur Prüfung der Umweltverträglichkeit) hat die Erweiterung akzeptiert, den Prozess der Evaluation gestoppt und bzgl. dieser Gesichtspunkte neu begonnen. Das bedeutet, dass zum Schiffsverkehr und seinen Auswirkungen auf die zahlreichen Schutzgebiete eine Bürgerbeteiligung durchgeführt wird. Andes Iron muss zeitnah in Workshops darlegen, dass das geplante Bauvorhaben den Schutzgebieten nicht schadet. Die Bürger haben bis zum 15. Dezember Gelegenheit, zu diesen Problemen Stellung zu nehmen. Aktuell bereitet auch Sphenisco ein Statement vor und bittet chilenische Wissenschaftler, Observationen einzureichen. Die Erweiterung der Evaluation ist ein Schritt in die richtige Richtung und verbessert die Chancen auf eine sachgerechte Prüfung der Umweltverträglichkeit durch die Regionalregierung und ggf. auch durch chilenische Gerichte. Das ändert nichts daran, dass der wirtschaftliche und politische Druck riesengroß ist, das Projekt Dominga mit dem Hafen in Totoralillo Norte zu genehmigen.

W.K.

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