Humboldt-Pinguine - geliebt und ausgerottet ?

- über Artenschutz, Nachhaltigkeit und kritischen Konsum -

Dokumentarfilme von Gabriele & Werner Knauf

 

Film 1 - Humboldt-Pinguine und ihre Fans (8 Min.)

Pinguine sind echte Publikumslieblinge. Die „kindhaften“ Vögel, die nicht fliegen, dafür aber um so besser schwimmen und tauchen können, begeistern Groß und Klein. In Cuxhaven bricht die Pinguin-Begeisterung sogar Rekorde, die Sammlung von Birgit Berends und Stefan Kirchhof (Pinguin-Museum) ist die größte Welt und steht seit Jahren im Guinness Buch der Rekorde. Die kleinen „Frackträger“ begeistern aber auch die Profis. Dr. Christina Schubert, Biologin im Landauer Zoo beeindruckt vor allem die enorme Anpassungsfähigkeit an die extremen Bedingungen in ihrem Lebensraum, dem kalten Pazifik und den heißen Brutinseln vor der Atacama Wüste. Forscher wie der Meeres-Biologe Prof. Culik aus Kiel betonen die besondere Bedeutung für die Wissenschaft: Pinguine sind Modellorganismen für die Südhalbkugel. Da sie immer wieder zum Nest zurückkehren, um ihre Jungen zu füttern, kann ihre Physiologie und ihr Verhalten untersucht werden. Forschungen, die mit Fischen oder Walen so gar nicht möglich sind. Schon lange sind Pinguine auch in der Werbung echte Stars und werben für alles mögliche. Trotzdem sind aktuell einige Pinguinarten, so auch der Humboldt-Pinguin, von der Ausrottung bedroht. Um die zu verhindern, haben engagierte Naturschützer und zoologische Gärten den Verein Sphenisco gegründet.

Film 2 - Artenschutz – Humboldt-Pinguine und Bio-Fisch (11 Min.)

Hauptursache der Bedrohung des Humboldt-Pinguins ist die Zerstörung seines Lebensraumes vor allem durch Überfischung. Aqua-Kulturen erzeugen weltweit bereits rund 29 % der Fischproduktion. Mit den Fisch-Zuchten verband sich die Hoffnung, das Ökosystem Meer zu entlasten und so zu seiner Rettung beizutragen. In Wirklichkeit verursachen viele Aqua-Kulturen gravierende ökologische und soziale Schäden. Die Stichworte lauten: Überdüngung der Gewässer, Einsatz von Antibiotika, Verlust wertvoller Flächen z.B. Mangroven, gesundheitliche Schäden der Mitarbeiter. Zu all dem trägt der Einsatz von Fischmehl in den Futtermitteln zur Überfischung und nicht zur Entlastung der Weltmeere bei. Konsumenten in aller Welt werden so ungewollt zu Nahrungskonkurrenten bedrohter Meerestiere wie z.B. dem Humboldt-Pinguin. Aktuell arbeiten Wissenschaftler wie Prof. Schulz von der Universität Kiel daran, die Anteile des Fischmehls im Futter soweit wie möglich durch pflanzliche Rohstoffe zu ersetzen. Einen Ausweg aus dem Dilemma bieten ökologische Fischzuchten wie die von Naturland zertifizierte Forellenzucht Weldener Wasserwerk bei München. Sie nutzen nur nachhaltig produziertes Futter, das dafür benötigte Fischmehl und Fischöl wird aus Fischresten z.B. von den Vereinigten Fischmehl Werken in Cuxhaven hergestellt. Ökologische Zuchten verpflichten sich auch, Fische artgerecht zu halten und schädliche Emissionen zu vermeiden.

Film 3 - Humboldt-Pinguine ersticken in Fischernetzen (9 Min.)

Hauptursache für den Rückgang der Humboldt-Pinguine ist die Anchovi-Fischerei im Pazifik. Zusätzlich wird die bedrohte Art auch noch durch Beifänge reduziert. Das heißt die Pinguine verfangen sich in Fischernetzen und ersticken. Im Frühjahr 2009 meldet Serna pesca, die chilenische Fischerei -Behörde den Fund von 1000 toten Pinguine, an einem Strand in Südchile. Medien und Behörden schlagen Alarm, die Staatsanwaltschaft ermittelt. Scheinheilig wird nach der Ursache gesucht, obwohl der Grund für solche Katastrophen eigentlich bekannt ist. Die Staatsanwaltschaft kommt schließlich zu dem Ergebnis, dass keine Straftat vorliegt und es keine Schuldigen gibt. Beifänge von Pinguinen und anderen Seevögeln werden als unvermeidliche Kollateralschäden der Fischerei gewertet.

Beifang ist auch ein Europa ein großes Problem. Innerhalb des EU-Meeres führt das Beifang-Gebot u.a. dazu, dass pro Jahr rund 500.000 Tonnen Fisch tot in die Nordsee zurückgegeben werden müssen. Außerdem gefährden Beifänge viele Tierarten, so auch die letzten 600 Schweinswale in Nord- und Ostsee. Aktuell plant die EU, das Beifang-Gebot abzuschaffen. Leider nur sehr langsam und mit Einschränkungen. Die Beifänge von Schweinswalen und Humboldt-Pinguinen ließen sich durch andere Fangtechniken z.B. neuartigen Netzen reduzieren. Daran arbeiten in Deutschland Forscher wie Prof. Culik und Sven Koschinski bereits seit vielen Jahren. Jetzt hat Prof. Simeone auch in Chile eine landesweite Untersuchung durchgeführt. Bleibt nur die Frage, ob die Forschungen noch rechtzeitig zu brauchbaren Ergebnissen führen.

Film 4 – Kölner Humboldt-Pinguine als Trendsetter (10 Min.)

Die Humboldt-Pinguine im Kölner Zoo sind auf MSC-Fisch umgestiegen. Das ist vorbildlich. Das MSC-Siegel bestätigt Unternehmen wie der Firma Kutterfisch in Cuxhaven, dass sie nachhaltig arbeiten, d.h. nur in gesunden Beständen fischen, keine untermassigen Fische fangen und keine Meeressäuger vernichten. Inzwischen hat MSC-Fisch in Deutschland einen Marktanteil von 47 % erreicht. Dazu tragen  die wachsende Zahl kritischer Konsumenten und Grossverbraucher wie der Kölner Zoo oder das Studentenwerk Karlsruhe bei, weil sie beim Einkauf Wirtschaftlichkeit und nachhaltige Qualität der Waren berücksichtigen.

In Chile und Peru sind erst 4 Firmen nach dem MSC-Standart zertifiziert. Auch dort ist ein Kurswechsel zu nachhaltiger Fischerei dringend erforderlich, damit auch morgen noch im Pazifik gefischt werden kann und bedrohte Meerestiere wie der Humboldt-Pinguin überleben.

Film 5 – Meeresschutzzone für Humboldt-Pinguine

Die Dreharbeiten zu dieser Dokumentation sind noch nicht abgeschlossen. Sie erscheint erst 2014.

Film 6 – Humboldt-Pinguine – Nachhaltigkeit und kritischer Konsum (10 Min.)

Für die stark bedrohten Humboldt-Pinguine gibt es neue Hoffnung. In der Vergangenheit war “Bio” eher ein Thema für elitäre Minderheiten, jetzt ist “Bio” Teil des Mega-Trends “Neue-Ökologie”. Auf vielen Gebieten wird versucht Nachhaltigkeit mit Effizenz zu verbinden. So bemüht der Landauer Zoo sich nicht nur um artgerechte Tierhaltung und Artenschutz, er senkt auch seine CO2-Emissionen. Slow-Food tritt für traditionelle Produktion und traditionelle Küche ein und versucht sie “nachhaltig”, “ökologisch” und “fair” zu gestalten. Die Bürgerstiftung Pfalz bewirtschaft das Stiftsgut Keysermühle in Klingenmünster nachhaltig. Dazu gehört auch, behinderte Menschen zu beschäftigen, Mitarbeiter fair zu entlohnen, ökologische Produkte zu nutzen und mit regionalen Lieferanten zusammen zu arbeiten. Die Firma Ocean-Basis produziert in einer kombinierten Zucht Muscheln und Algen in der Kieler Förde. In Deutschland sind dies die ersten Bioprodukte aus einer ökologischen Aquakultur im Meer. Die Muscheln werden regional vermarktet, die Algen werden zu hochwertiger Natur-Kosmetik verarbeitet und überregional vermarktet.

Auch die Ausrottung der Humboldt-Pinguine kann verhindert werden, wenn im Pazifk nicht mehr Fisch gefangen wird als nachwächst. In Deutschland kaufen bereits viele Verbraucher MSC-zertifizierten Wildfisch und Zucht-Fische von Natur- oder Bioland. In Chile und Peru beginnt diese Entwicklung gerade erst.

Film 7: Pepe in Not (16 Minuten)

Die Geschichte von Pinguin Pepe und seinen Freunden … und wie Geier Gonzales den Präsidenten von Chile um Hilfe für die Humboldt-Pinguine bat!

Vimeo (Deutsch): https://vimeo.com/133258844

Vimeo (Spanisch): https://vimeo.com/133357080

Ein Film von Gabriele & Werner Knauf

Im Film erzählt Geier Gonzales von seinem Freund Pepe, dem Humboldt-Pinguin. Zusammen mit anderen Tieren leben die Beiden auf einer traumhaft schönen Insel im Pazifik.
Pepe hat viel Stress: Er muss Futter für seine beiden Küken besorgen, die er gerade großzieht. Bei der Suche nach Fisch gerät er immer wieder in große Gefahr. Gonzales will Pepe helfen. Er hat von Wissenschaftlern erfahren, dass seine Freunde, die Humboldt-Pinguine von der Ausrottung bedroht sind. Er wendet sich mit einem dringenden Appell nach ganz oben, nämlich an den Präsidenten von Chile.

   
© SPHENISCO